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Regionales-Wirtschaft | Überregional
Bestes Wirtschaftsjahr bei Global Hydro

Neues Geschaesftsfeld bietet zusaetzliches Potential


Fertigung bei Global Hydro
Foto: Global Hydro
NIEDERRANNA: Über einen kräftigen Wachstumsschub dürfen sich die Verantwortlichen von Global Hydro freuen. Die Mühlviertler Spezialisten für Kleinwasserkrafttechnologie erwirtschafteten im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 50 Millionen Euro und damit das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. Besonders beachtenswert ist dies nicht zuletzt deshalb, weil das Wachstum entgegen dem Markttrend erzielt werden konnte.
 
Während zahlreiche Mitkonkurrenten in jüngster Vergangenheit mitunter erhebliche  Umsatzeinbußen hinnehmen mussten, schaffte es Global Hydro innerhalb von zwei Jahren das eigene Auftragsvolumen nahezu zu verdoppeln. „Und es wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Wir mussten leider Projekte ablehnen, da wir nicht die nötigen technischen  Personalressourcen im Haus hatten, um diese professionell abzuwickeln“, betont Heinz Peter Knaß. Für den Geschäftsführer ist der derzeitige „Erfolgslauf“ auf den Märkten das Ergebnis einer klaren strategischen Weichenstellung, die bereits vor Jahren erfolgte.

Mit der  Neustrukturierung der internationalen Marktbearbeitung durch eigenverantwortliche  Tochterunternehmen vor Ort wurden die Voraussetzungen geschaffen, um den globalen Kunden eine hochqualitative Betreuung zu gewährleisten. Knaß: „Die lokale Präsenz auf den internationalen Märkten bei Projektierung, Abwicklung und Service ist dabei ein wettbewerbsentscheidender Vorteil.“ Bei einem Exportanteil von rund 95 Prozent sind die Tochterunternehmen entscheidender Eckpfeiler für die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens.

Geschäftsführung und Herr Hager  - Foto: Global Hydro

Wachstum gegen den Markttrend - Big Player schaffen neue Rahmenbedingungen
Die Rahmenbedingungen in den für Global Hydro entscheidenden Marktsegmenten verändern sich derzeit gravierend. Auslöser dafür ist die Krise im Bereich Large Hydro – also die  Großkraftwerke. „Dieses Segment stagniert derzeit weltweit, was die Big Player am Markt natürlich in wirtschaftliche Bedrängnis bringt. Um die Umsatzeinbußen wettzumachen, weichen diese nun verstärkt in den Bereich Medium- und Small-Hydro aus. Das hat natürlich Auswirkungen für alle Anbieter in diesem Segment“, erklärt Knaß.
 
Viele der langjährigen Mitbewerber von Global Hydro mussten zum Teil gravierende Umsatzeinbußen hinnehmen. Dem Mühlviertler Unternehmen gelang es hingegen bisher hervorragend, sich auch unter veränderten Marktbedingungen zu behaupten und den  Wachstumskurs beizubehalten. Knaß sieht vor allem zwei Gründe für diese Entwicklung: „Die Industrie-Giganten sind in unseren Märkten noch nicht richtig angekommen. Ihr Auftreten wirkt oft arrogant und ist nicht auf die Bedürfnisse dieser für sie neuen Kundengruppe ausgerichtet.
 
Wir haben auf diesen Märkten jahrelange Erfahrung, sind flexibler als die Großen und technisch den gleich großen und  kleineren Mitbewerbern überlegen. So gewinnen wir derzeit unsere Marktanteile.“ Der Geschäftsführer warnt jedoch davor, dies als langfristiges Ruhekissen zu verstehen. Für die Global Hydro-Führung ist klar, dass auch die großen Konkurrenten ihre Hausaufgaben machen und in absehbarer Zeit diese Nische marktkonform bearbeiten werden. Knaß: „Bis dahin müssen wir in unserer Entwicklung den nächsten Schritt machen, um die jetzigen strategischen Vorteile auch künftig ausspielen zu können.“

Refurbishment als neues Leistungsangebot -
Enormes Marktpotential bei bestehenden Anlagen
Der Instandsetzung, Modernisierung und Servicierung bestehender alter Kraftwerksanlagen wurde bislang bei Global Hydro kaum Bedeutung beigemessen. Dies wird sich ändern, die Mühlviertler Spezialisten wollen künftig auch von diesem vorhandenen Marktpotential profitieren. „Alleine aus unserem Hause gibt es in Österreich einige hundert bestehende Anlagen. Warum sollen wir uns dabei nicht um die Instandsetzung und die Servicierung selber kümmern“, beschreibt Geschäftsführer.
 
 
Stephan Fazeny den Einstieg in dieses neue Marktsegment. Österreich- und europaweit liegt das Potential bei zigtausenden Anlagen, die angesichts der fortgeschrittenen Lebensdauer einen immer größeren Bedarf an Instandsetzungsleistungen haben werden. Das angebotene Leistungsspektrum reicht dabei von routinemäßigen Servicearbeiten über einer vollständigen
Automatisierung der Anlage bis hin zur kompletten Erneuerung von Turbinen.
 
Für Fazeny ist klar, dass das Refurbishment hinsichtlich der technologischen Anforderungen die „Königsdisziplin“ darstellt. „Selbst bei unseren eigenen Anlagen ist die bestehende Basis-
Infrastruktur ja nicht veränderbar, das heißt wir müssen mit dem vorhandenen Umfeld das Auslangen finden.“ Noch schwieriger wird die Aufgabenstellung, wenn Kraftwerksanlagen anderer Hersteller auf Vordermann zu bringen sind. „Die Technologien sind dabei zum Teil älter als 50 Jahre und wir kennen nicht das Innenleben dieser Anlagen. Da kann so ein Auftrag schnell den Charakter eines Überraschungspaketes bekommen“, bestätigt Fazeny.
 
Betreiber von Kleinkraftwerken profitieren von einem professionellen Refurbishment in mehrfacher Hinsicht. Die Lebensdauer der Anlage kann um Jahrzehnte verlängert werden. Auch hinsichtlich der Wirkungsgrade lassen sich mit neuen Technologien gravierende Optimierungs-potentiale heben. „Insgesamt wird das getätigte Investment damit wesentlich lukrativer“, so Fazeny. Die Global Hydro-Verantwortlichen beziffern das Marktvolumen für Refurbishment in unseren Märkten mit mehreren hundert Millionen Euro in den nächsten Jahren. Gezielte staatlich geförderte Programme – etwa in Slowenien, Norwegen oder Spanien – die das Ziel verfolgen, mehr Energie aus bestehenden Wasserkraftanlagen zu gewinnen, sorgen für eine erfreuliche Dynamik in diesem Marktsegment. Sprung in eine neue Liga Recruiting als größte Herausforderung In technologischer Hinsicht steht Global Hydro an der Schwelle zur nächsten Entwicklungsstufe. Dies betrifft vor allem die Größe und Komplexität der Kraftwerksprojekte, mit denen das Unternehmen beauftragt wird. Größere Anlagen erfordern aber ein anderes Know-How, das derzeit noch nicht in der erforderlichen Kapazität vorhanden ist. „Hier müssen wir möglichst rasch hochqualifizierte Mitarbeiter finden. Angesichts der vorhandenen Arbeitsmarktsituation eine herausfordernde Aufgabenstellung“, weiß Gesellschafter Marius Hager. Mit einem speziellen Recruiting-Programm gelang es innerhalb des letzten Jahres 30 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. „Bei unserem rasanten Wachstum werden wir hier weiter große Anstrengungen unternehmen müssen“, betont Hager.

Mit der Eröffnung der Betriebserweiterung wird Ende September ein weiterer Meilenstein in der Unternehmensgeschichte gesetzt. Für rund sieben Millionen Euro Investitionssumme erfolgt  derzeit der notwendige Ausbau der Kapazitäten, die im Zuge der Erweiterung verdoppelt  werden. Hager: „Wie richtig diese Entscheidung war, zeigt ein Blick in die Auftragsbücher: Das
erste Quartal übertraf all unsere Erwartungen und ist das Beste in der  Unternehmensgeschichte.“ Für das gesamte Wirtschaftsjahr rechnet man bei Global Hydro Gruppe mit einem Umsatz von 63 Millionen Euro, dies entspricht einer Steigerung von rund 26 Prozent.

GLOBAL HYDRO ENERGY im Überblick
Ø Umsatz
o 2015 / 2016 rund 35 Mio Euro
o 2016 / 2017 rund 38 Mio Euro
o 2017 / 2018 rund 50 Mio Euro

Ø Mitarbeiter
o 2015 / 2016 rund. 150
o 2016 / 2017 rund 170
o 2017 / 2018 rund 200

Ø Exportquote 93 %
Ø Beteiligungsverhältnisse
o 90 % FE Future Holdings GmbH
Familie Frizberg (60%) sowie Finanzinvestoren
• Invest Unternehmensbeteiligung AG(24,9%)
• OÖ Beteiligung GmbH&Co OG(15,1%)
o 10 % Marius Hager

MEDIENKONTAKT:
Othmar Prizovsky
Prizovsky & Partner – DCI-Consulting
Tel.: +43 (0) 732 / 784 777
Mobil: +43 (0) 664 / 88 62 41 95
E-Mail: o.prizovsky@dci-consulting.at

 

Quelle: Othmar Prizovsky Prizovsky & Partner DCI-Consulting, erschienen am 1.7.2018
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