1959

1959

Am 1. Jänner 1959

Hofkirchen. Unser Sparverein zahlte vor Weihnachten im Gasthaus Binder an 164 Sparer 151.771 Schilling aus. Es wurde ein neuer Sparverein für ledige Mitglieder im Gasthaus Huber ins Leben gerufen.
Todesfälle: In Gererstorf starb Rosa Hain im 85. Lebensjahr.
Am 18. Dezember starb an Gehirnschlag der Bäckermeister und Hausbesitzer Franz Gnigler, Hofkirchen, im 67. Lebensjahr. Gnigler war ein sehr rühriger Geschäftsmann, der sich vom einfachen Bäckergesellen zum Meister und Hausbesitzer hinaufgearbeitet hat. Die Musikkapelle Hofkirchen begleitete ihr unterstützendes Mitglied zu Grabe. H.H. Pfarrer Moser würdigte in seinem Nachruf auch die Gebefreudigkeit, die der Verstorbene anläßlich der Kirchenrenovierung gezeigt hat.
Krankenschein mit 5-Schilling-Marke. Mit 1. Jänner 1959 traten die neuen Bestimmungen in Kraft. Die ärztliche Behandlung auf Rechnung der Krankenkasse darf ab 1. Jänner 1959 nur vorgenommen werden, wenn eine Krankenscheingebühr entrichtet wurde. In der Ausgabe der Krankenscheine der Krankenscheine tritt durch die Einführung der Krankenscheingebühr keine Änderung ein. Die Krankenscheine werden daher wie bisher von den Dienstgebern, der Krankenkasse und den Arbeitsämtern ausgegeben. Die Krankenscheingebühr ist durch Aufkleben einer 5 Schilling-Wertmarke der Krankenversicherung auf dem Krankenschein zu entrichten. Die Versicherten werden gebeten, die Wertmarke in den für die Unterschrift des Arztes vorgesehenen Raum einzukleben. bei den Mitgliederkrankenscheinen und bei den Familienkrankenscheinen ist die Wertmarke auf dem Teil B anzubringen.

Am 8. Jänner 1959
Vom Schulwesen im Bezirk Rohrbach
Nach den Wahlen in die Dienstbeschreibungs- und Disziplinarkommission wurde im Kinosaal durch den Bezirksschulinspektor Regierungsrat Josef Mohl die Bezirkslehrerkonferenz eröffnet. Als Vorsitzender-Stellvertreter wurde Oberschulrat Hermann Mathie nominiert. Über Vorschlag des Volksschuldirektors Karl Grüll wurden Hauptschullehrer Hans Gierlinger und Frau Volksschullehrer Gertraud Hannerer zu Schriftführern ge­wählt. Nach dem Dank an die Lehr­kräfte der Hauptschule und Volksschule Rohrbach für die Durchführung der Vorarbeiten begrüßte der Vorsit­zende in besonderer Weise den Vorsitzenden des Bezirksschulrates, Be­zirkshauptmann ORR. Dr. Wilhelm Blecha. Herr Bezirkshauptmann führte in seiner Ansprache Gedanken über das Verhältnis der Lehrkräfte, der Schule und der Schulbehörde zu­einander aus. Weiter sprach er ausführ­lich über die staatsbürgerliche Erzie­hung und über die notwendige und fruchtbare Mitarbeit der Lehrerschaft im öffentlichen Leben. Nach einem Dank für die richtunggebenden Worte an den Herrn Bezirkshauptmann gab der Bezirksschul-inspektor seinen Be­richt über den Stand des Schulwesens im Bezirk Rohrbach. Danach haben wir im Bezirk 46 Volks­schulen mit 164 Klassen und 5789 Schü­lern und 6 Hauptschulen mit 26 Klas­sen mit 804 Schülern.
Ein Rückblick auf 1945 möge vom Aufschwung des Schulwesens im Be­zirk berichten: Die Schulhäuser waren damals durch Besatzung und Einquartierung verwahrlost, verschmutzt und vielfach unbenutzbar. Wir müssen es heute noch den Gemeinden und den Bürgermeistern danken, daß sie trotz der vielen Arbeiten (Lebensmittelbeschaffung, Flüchtlingselend, Wohnungsnot u.a.) .und aller Erschwernisse die Schulhäuser in kürzester Zeit benutzbar machten und darüber hinaus die alten Gebäude, modernisierten, ausbauten oder gar die Last eines Schulneubaues auf sich nahmen. Die Bilanz darüber gibt ein beredtes Zeugnis über die Schulfreundlichkeit des oberen Mühlviertels und über die vorausschauende Planung des Bezirksschulinspektors.
Schulneubauten seit 1945: Die Volkschulen Schönegg, Pfarrkirchen; Rohrbach (1. Teil), Niederwaldkirchen, St. Martin, Hofkirchen, Pühret und die Hauptschulen Aigen und Haslach.
Zubauten erhielten die Volksschulen St. Veit, Kasten, Mollmannsreit, Arnreit, Heinrichsberg, Sarleinsbach und die Hauptschulen Lembach und Ulrichsberg.
Größere Adaptierungen wurden an folgenden Volksschulen durchgeführt: Julbach, Kriegwald, Altenhof, Putzleinsdorf, St. Oswald, St. Peter, St. Stefan und Ulrichsberg.
Leider fehlt es in vielen Orten noch an, den so notwendigen Lehrerwohnungen.
In seinem weiteren Bericht sprach der Bezirksschulinspektor über zweckmäßige Ausgestaltung der, alten Schulhäuser, über die Schuleinrichtung, über die Zahl der Entlaßschüler, über die Erreichung des Lehrzieles und über die Unterrichtserfolge. Dank und Anerkennung  verdienen jene Lehrkräfte die an, niedrigorganisierten  Schulen in abgelegenen Dörfern ihre Pflicht restlos erfüllen. Diese Lehrkräfte sind Pioniere und verstehen den Sinn des Lehrberufes. Im weiteren sprach der Bezirksschulinspektor über die innere Schulerneuerung, Überforderung und Überlastung der Schüler, über die Erziehung zur Schollentreue, Höflichkeit und Sauberkeit und zur Wahrheits­liebe, über das Beispiel des Lehrers und der Lehrerin (in der Arbeit, im Auftreten, im Spiel, in der Kleidung, in der Familie, im Dorf usw.) und ab­schließend über die Mitarbeit der Lehrerschaft im öffentlichen Leben, denn jeder hat neben seiner Arbeit, für die er bezahlt wird, auch sein Binkerl für das Gemeinwohl zu tragen.
Aus den Ausführungen des Bezirks­schulinspektors war zu entnehmen, daß hier ein Mann seinen Tätigkeitsbericht gab, der seinen Beruf sehr ernst nimmt und mit ganzer Hingabe voll und ganz ausfüllt. Dies hob in seinem Dank auch der Vorsitzende-Stellvertreter hervor.

Todesfall: Am 5. Jänner starb in Hofkirchen die Hausbesitzerin Margarete Hackl im 33. Lebensjahr. Die Beliebtheit der rührigen Geschäftsfrau zeigt sich an der sehr großen Beteiligung der Bevölkerung an ihrem Begräbnis. Sogar Leute aus der Umgebung, aus Lembach, Niederkappel und Pfarrkirchen, gaben der Toten das letzte Geleite. H. H. Pfarrer Josef Moser würdigte den Charakter der Verstorbenen.

Geboren wurde den Eheleuten August und Franziska Bumberger eine Franziska; den Eheleuten Anton und Berta Schlagitweit in Gererstorf ein Christian und der Familie Hubert und Rosa Scholl ein Ewald.
Österreich hinkt in der Fernsehstatistik
Zu Beginn dieses Jahres waren in Österreich 49.324 Fernsehgeräte angemeldet, das sind um 32.910 mehr als zum gleichen Zeitpunkt 1958. Auf 140 Einwohner Österreichs entfällt somit ein TV-Gerät, während in England z. B. auf je sechs Bewohner, in Westdeutschland auf je 25, in Frankreich auf je 43, in Italien auf je 47, in der Schweiz auf je 94 und in der Sowjetunion angeblich auf je 110 Bewohner ein Fernsehapparat kommt.

Oberes Donautal wird gewaltig verändert.
 Aschacher Stau weit ins Tal der großen Mühl. In diesen Tagen – wir berichten darüber an anderer Stelle, begannen nun tatsächlich bei Aschach die ersten Arbeiten für das größte Flußkraftwerk Mitteleuropas, für das Donaukraftwerk Aschach. Interessant ist, daß bereits im Jahre 1910 der österreichische Ingenieur Fischer-Rainau ein Projekt dieser Art entwarf, dem er den Namen „Ottensheim-Aschach“ gab. Die maschinelle Leistung dieses Werkes war mit 120.000 kW und die Jahresarbeit mit 700 Millionen kWh vorgesehen. Dieses Aschach-Projekt von damals kann aber kaum zu einem unmittelbaren Vergleich mit dem heutigen Projekt herangezogen werden, denn zu sehr haben sich die technischen Bedingungen und wirtschaftlichen Gegebenheiten in den nunmehr abgelaufenen 48 Jahren geändert.
Die jetzt von den Österreichischen Donaukraftwerken projektierte und bereits im Bau befindliche Staustufe Aschach soll das Flußgefälle der rund 40 km langen Stromstrecke von Jochenstein bis Aschach für die Energieerzeugung nutzbar machen. Die gewaltige Staustelle des Werkes liegt beim Stromkilometer 2162,700, somit am untersten Ende dieser kurvenreichsten Engstrecke des österreichischen Donaustromes. Durch das Stauziel auf einer Höhe von 280 Meter über dem Meer (über der Adria) reicht der Rückstau bei niedriger und mittlerer Wasserführung bis in das Unterwasser des nächsten Werkes, nämlich Jochensteins.
Diese trocknen Worte, die eine realistische Planung umreißen werden aber die Landschaft und auch den Charakter dieser Gegend an der oberen Donau bis Jochenstein gewaltig verändern.
Wir sind nun als erstes Blatt in der Lage genauere Einzelheiten über die Veränderungen zu geben, der eine Reihe von Orten, Siedlungen und Einzelhäusern unterworfen sein werden. Die knapp oberhalb von Aschach zu errichtende Staustelle, die dadurch Aschach vom Einstau befreit, wird, um die Kote 280 Meter ü. d. M. zu erreichen, den Wasserspiegel der Donau um fast 16 Meter heben. Der dadurch entstehende fast 40 km lange Rückstau geht bis zum Donau-Pegel in Engelhartszell, um dort wieder den Normalen Stand der auch jetzt in Engelhartszell im Jahresdurchschnitt abgelesen wird, zu erreichen.
Die Staustelle bis Untermühl. Der Abschnitt vom Bauwerk Aschach bis Untermühl zeigt besonders deutlich die Verkehrsarmut und Unaufgeschlossenheit dieses  Donau-Engtales. Während entlang des rechten Ufers von der Staustelle bis zur Fähre Untermühl ein Treppelweg führt, ist am linken Donauufer keinerlei Fahrmöglichkeit vorhanden. Das Projekt sieht daher am linken Ufer den Bau eines Treppelweges bis zu  Stromkilometer 2165,8 vor. Diese Stelle ist gleichzeitig das obere Ende einer 1.500 Meter langen Wartelände für die talfahrenden Schiffszüge. Im Bereich dieser Wartelände mündet der bis jetzt allgemein unbekannte klein Dreysenbach, die sich allerdings später in einen fjordähnlichen Mündungsgebiet ausbreiten wird. Drei Anwesen nur sind in diesem Gebiet einzulösen oder neu zu errichten
Ein Ort wir überflutet.  An der Mündung der großen Mühl liegt auf einer kleinen Ausweitung dieses Flußtales die zur Marktgemeinde St.Martin i.M. gehörende Siedlung Untermühl. Bekannter ist sie unter der Bezeichnung Neuhaus nach dem hoch darüber liegenden Schloß und der Schiffsstation so geheißen. Im Bereich von Neuhaus-Untermühl wird der mittlere Wasserspiegel um 14 Meter gehoben, so daß er dann 8 bis 9 Meter über den derzeitigen festen Ufer zu liegen kommt. Eine Aufschüttung dieser Uferniederung, es wären hiezu etwa 500.000 Kubikmeter erforderlich, um zirka zehn Meter und ein darauf vorgenommener Wiederaufbau sämtlicher Bauten wäre auf dieser frischen Aufschüttung vollkommen ausgeschlossen. Untermühl muß deshalb überschwemmt (überstaut) werden.
Der Wasserspiegel der Donau wird dann allerdings auch zirka 1 km weit in das Tal der Großen Mühl hineinreichen. Es ist nun daran gedacht, die Ortschaft Untermühl höher zu legen und auf dem Berghang gegen Schloß Neuhaus hin neu aufzubauen.
An Stelle der derzeit bestehenden Brücke über die Große Mühl, die sich knapp 300 m oberhalb der Mündung dieses Flusses befindet, wird weiter taleinwärts einen neue, moderne Brücke errichtet, so daß die vom Schloß Neuhaus und der Ortschaft Wolkersdorf in das Tal führende Straße direkt an das linke Ufer der Großen Mühl auf dieser neuen Brücke geführt wird. Die Fortsetzung dieser Straßen führen in das neuerbaute Untermühl sowie auf die jetzige Bergstraße nach Kirchberg ob der Donau. Von dieser Brücke wird auch eine Zufahrtstraße zur neu errichteten DDSG-Schiffsanlegestelle führen.
Die derzeitige Fähre in Untermühl, deren „Mutzen“ in Österreich bereits Seltenheitswert besitzt, wird auf einen modernen Motorfährbetrieb umgestellt. Für das Anwesen des Fährenbesitzers (Knogler) ist ein Ersatzbau vorgesehen.
Veränderungen auch in Partenstein. Die Zufahrtstraße zum Kraftwerk Partenstein ist von der Brücke aus auf einer Länge von 500 m zu heben. Das Kraftwerk und dessen Unterwasserkanal werden durch den in das Mühltal hereinreichenden Stau selbstverständlich in Mitleidenschaft gezogen. Kanal, Wasserstollen und Saugrohre der Spriralturbinen dieses Kraftwerkes werden ebenfalls mehrere Meter hoch überschwemmt (eingestaut). Da auch die Laufräder der Turbinen zwei Meter unter dem Stauspiegel zu liegen kommen, muß also an einem Umbau des Kraftwerkes sowie des Unterwasserkanals geschritten werden.
Die gesamten Baumaßnahmen in dem Bereich der Ortschaft Untermühl werden natürlich abschnittweise und zeitlich verschieden ausgeführt. um der derzeitigen Verkehrsverhältnisse möglichst wenig zu stören.
Signalstation „Bursenmühle“ wird aufgelassen. Von Untermühl stromaufwärts ist an beiden Donauufern bis zur Ortschaft Obermühl der Bau eines Treppelweges vorgesehen. Am linken Donauufer sind sieben Anwesen einzulösen oder neu zu errichten. In diesem Stromabschnitt werden die Öxlau sowie die Niederungen bei den Anwesen Sifereiner und Gamel aufgeschüttet und neu errichtet.
Die bekannte Signalstaion „Bursenmühle“ (km 2170) kann nach Errichtung des Staues aufgelassen werden, da die Schiffahrt durch die Beruhigung und Verlangsamung des Stromes weitaus bessere Fahrbedingungen vorfinden und dann ohne Gefahr ein Schiffahrtsbetrieb in beiden Richtungen möglich ist. Am rechten Donauufer werden 14 Anwesen einzulösen sein. Was weiter donauaufwärts, in Obermühl, von bis Schlögen und darüber hinaus bis Jochenstein geschehen wird, berichten wir in einer unserer nächsten Nummern.
Donau- „Mathematik“
Die Kenner des herrlichen Gebietes an der oberen Donau werden den gerade zwischen Engelhartszell und Aschach sehr schnell fließenden Strom oftmals bewundert haben. Doch man wird es kaum für möglich halten, daß das fast genau 40 km lange und kurvenreiche Donautal von Aschach bis Engelhartszell nur ein Gefälle von zirka 16 m aufweist. Von Engehartszell bis Obermühl (23 km) fällt die Donau um zirka 11,7 Meter. von Obermühl nach Neuhaus-Untermühl (10 km) flacht das Gefälle auf rund 2,8 Meter ab und von Neuhaus-Untermühl bis Pegel Aschach (7 km) ist der Gefälleunterschied nur 1,5 Meter. Man merkt dies auch am Stromfluß, der nun sichtbar träger und gemütlicher wird.

Versuchsbohrungen im Aschacher Stauraum.
Erste Arbeiten am Donaukraftwerk. das künftige Donaukraftwerk Aschach a.d. Donau, das größte Flußkraftwerk Mitteleuropas, Hier wird die Donau um rund 18 Meter aufgestaut.
Der offizielle „Startschuß“ zum Arbeitsbeginn am Donaukraftwerk Aschach, das das größte Flußkraftwerk Mitteleuropas werden wird, ist bereits ohne viel Aufhebens erfolgt. Schon dröhnt eine mächtige 4 Tonnen-Dampframme, die mittels eines 800 kg schweren Hammers verschiedene Stahlprofile 13 bis 14 Meter tief in die Erde rammt, bis die 18 m langen Stahlbohlen auf den Felsen aufprallen. Es wird zur Zeit 200 m oberhalb jener Stelle an der der Staudamm die Donau überqueren wird, ein mächtiger Probeschacht ausgehoben, der einerseits weiteren Erd- und Gesteinsprüfungen dient und andererseits die weitere Verwendbarkeit der verschiedenen Stahlprofile prüfen soll.
Die Stahlbohlen oder –dielen dreier großer deutscher Firmen werden jetzt erprobt, denn nur die Unita in Dortmund, Krupp in Essen und Beiner, ebenfalls im Ruhrgebiet, sind Lizensinhaber für derartige Bolhen. Diese Stahlbohlen werden aber auch die bedeutensten Grundelemente nicht nur der Dammbauten an den Ufern, sondern ebenso des Staudammes selbst sein.
Zur gleichen Zeit werden außerdem bereits die Waldungen im Bereich des Staudammes abgeholzt und auf der gleichen Höhe unter dem Strombett Horizotalbohrungen, die vom linken zum rechten Donauufer geführt werden, vorgenommen. 20 Arbeiter der „Arge“ Ybbs sind der erste Bautrupp, der diese Arbeiten in Aschach ausführt.
Ortsbauernschaft. Frl. Pfeifer (Rohrbach) hielt am 16. Jänner im Gasthaus Binder einen gut besuchten Vortrag über Geflügelzucht.
Der Imkerverein veranstaltete einen Bunten Abend, der sehr gut besucht war und viel Unterhaltung bot.
Geburten: Dem Ehepaar Leopold und Rosa Lauß, Schlosser, wurde eine Tochter und der Bauernfamilie Mayrhofer, Wiesen 9, ein Sohn geboren.
In Niederranna hat man einen Sparverein gegründet, der bei der Raffeisenkasse Hofkirchen sein Geld verzinst. Obmann ist Buchhalter Trautendorfer, Stellvertreter Rudolf Berger, Schriftführer Franz Loizenbauer, Kassier Margarethe Durstberger. Der Verein hat schon 47 Mitglieder.

Februar 1959.
100.000ster Traktor für Österreichs Landwirtschaft. Um 1.000 Prozent mehr als 1948. Anfang Februar 1959 wird in der österreichischen Landwirtschaft der 100.000 Traktor in Betrieb genommen. Der österreichischen Fahrzeugindustrie ist es gelungen, mit dem wachsenden Motorisierungsbedürfnis auf dem Lande Schritt zu halten. Bei der letzten offiziellen Landmaschinenzählung im Juni 1957 waren insgesamt 78.748 Zugmaschinen in Betrieb. Bis Jahresende 1957 erhöhte sich die Zahl bereits auf 85.000 und war damit um fast 1.000 Prozent höher als 1948 (8613) Im abgelaufenen Jahr wurden rund 13.500 Traktoren in der österreichischen Landwirtschaft neu in Betrieb genommen. Obwohl für die Neuzulassungen in den Monaten November und Dezember 1958 nur Schätzziffern vorliegen, kann der Traktorenbestand für Ende 1958 als sicher mit 98.500 angenommen werden.
Hofkirchen  - 70 Jahre guter Schloßgeist von Marsbach
Am 2. Februar waren es genau 70 Jahre, daß Ferdinand Altendorfer in den Dienst der Herrschaft Marsbach getreten ist. Dies nahm die Gemeinde Hofkirchen mit Bürgermeister Thaller zum Anlaß einer Erinnerungsfeier im Gasthaus Falkner zu Marsbach, bei der Bürgermeister Thaller, die Jägerschaft, Verwandte und die gesamte Nachbarschaft dem geistig noch sehr regen Arbeitsveteranen gratulierten. In fröhlicher Runde, bei guter Speis´ und Trunk wurden Erinnerungen ausgetauscht und manche Episode aufgewärmt.
Daß Herr Altendorfer im ersten Weltkrieg als Gendarm am Posten Oberkappel einen Kommandanten namens Teufl zum „Chef“ hatte, trug ihm zum Beispiel die boshafte Behauptung ein: „ Der Ferdinand hat´s ja leicht, der hat ja schon als Knecht beim Teufl gedient.“
Altendorfer, der am 10. Oktober 1872 in Marsbach geboren wurde, mußte bereits mit zwölf Jahren als Landarbeiter unter die Bauern. Daß er am 2. Februar 1889 in den Dienst der Herrschaft Marsbach eintrat, wurde sein Lebensschicksal. In den folgenden Jahren diente er treu und redlich unter den Schloßbesitzern Sigmund Ledwinka, Krenn sen. und jun. Und ab 1938 unter dem jetzigen Besitzer Ing. Norbert Mayer aus Wien. Auch die heutige Besitzerin, Frau Josefine Mayer, behauptet, sie könnte sich das Schloß „ohne Ferdinand nicht mehr vorstellen“. Als allzeit „getreuer Eckehard“ hat Ferdinand Altendorfer, den wir schon bei einer früheren Gratulation einmal den „guten Schloßgeist von Marsbach“ genannt haben, die Interessen seiner Herrschaft gewahrt. Wir wünschen unserem Leser noch einen schönen Lebensabend!


Donaukraftwerk Aschach – ein technischer Idealfall

Interessante Wasserrechtsverhandlungen – Parade der Einwände – Schwierigkeiten bei Obermühl

Der Vorbereitung des Bewilligungsverfahrens für den Bau des Donaukraftwerkes Aschach galten die zwei Tage dauernden Besprechungen in der Halle der Fabrik Schlenker in Aschach. Vertreter der österreichischen Donaukraftwerke-AG (DKW), des Landwirtschafts-, Handels- und Verkehrsministeriums, der oö. Landesregierung, Landwirtschaftskammer, Bundesstrom-bauamt und sonstige Interessenten hatten dabei Gelegenheit, ihre Ansichten und Einwände gegen das Projekt vorzubringen. Die Wasserrechtsverhandlungen am ersten Verhandlungstage befaßten sich mit der Erläuterung des Projektes und der technischen Daten. Generaldirektor Dr. Böhmer hob in seiner Eröffnungsansprache hervor, daß sich die Planungsarbeiten des vorliegenden Projektes unter Berücksichtigung der verschiedenen Variantenpla­nungen und Modellversuche zweieinhalb Jahre hingezogen hätten. Im Projekt sei eine Straßenbrücke über die Kraftwerksanlage nicht vorgesehen. Die Kosten einer Stauwerksbrücke wären infolge der hohen Kosten der Zufahrt im gesamten gesehen nicht niedriger als eine eigene Brücke im Raume des Marktes Aschach. (Der Bau einer Brücke über das Kraftwerk kann als fallengelassen betrachtet werden.)
Die Planung einer eigenen Straßenbrücke im Raume von Aschach wird jedoch  fortgesetzt.
Dr. Makowetz, der Planer des Großkraftwerks Aschach, erläuterte in seinen Ausführungen, daß vorerst die Absicht bestanden habe. auf der Strecke zwischen Aschach und Jochenstein zwei Kraftwerke zu errichten. Dieser Plan sei jedoch wieder fallengelassen worden. Es wären hiefür Grafenau und Aschach in Aussicht gestellt gewesen. Ab der Baustelle Aschach wurden 94 Vertikalbohrungen und eine Horizontalbohrung mit sehr gutem Erfolg durchgeführt. Es habe sich gezeigt, daß der Granit hier bei weitem besser sei als in Ybbs. Die Kerngewinnung in Ybbs betrage 15 Prozent, jene in Aschach am Ausläufer der böhmischen Granitmasse aber 80 Prozent. Auch sei der Höhenunterschied in der Felssohle nur bis zu 2 m mit nur einer Störungsstelle von ½ m Breite, gegenüber Dutzenden von solchen in Ybbs, die oft mehrere Meter breit sind.
Die Aschacher Kraftwerksanlage erhält die vier größten Turbinen Europas. Weiter sind drei Eisrechen eingeplant. Die Wehranlage wird eine Wassermenge bis zu 7000 Kubikmeter zu regeln haben. Die Bauzeit, bis die erste Maschine Strom liefert, wird sich auf vier Jahre belaufen. Allein der Schleusenbau in Aschach wird mehr Beton verschlingen als das ganze Kraftwerk in Ybbs. An der Schottergewinnungsstelle unterhalb des Marktes Aschach wird eine Million Kubikmeter Schotter gebaggert werden, so daß sich später ein See von 10 m Tiefe an dieser Stelle bilden wird.
Auch dem Paddlerverkehr auf der Donau wird Rechnung getragen werden. Es sind Stiegen und Gleisanlagen für kleinere Boote vorgesehen. Die größeren werden sich allerdings durch die Schleuse bewegen müssen. Ein Vertreter der Rudervereine Oberöstenreichs erwähnte, daß im Jahre 1958 mehr als 4500 Paddler an Aschach vorbeigerudert wären. Allein diese Zahl macht eine genaue Planung für diesen Zweck erforderlich. Die Vertreter der Schiffahrtsbehörde forderten, im Falle der Bau einer Straßenbrücke nahe der heutigen Schiffsanlegestelle zustande käme, daß weite Felder zwischen den einzelnen Jochen geplant werden, um die Manövrierfähigkeit der Schiffe gerade an dieser Stelle nicht zu beeinträchtigen.
Auch Aschachs Schlüsselindustrie, die oö. Stärkefabrik, vertreten durch Direktor Trimmel, stellte eine Anfrage an den Projektanten, ob zu erwarten sei, daß der Grundwasserspiegel im Unterwasser absinken werde oder, ob eine Verschlechterung der Qualität und Quantität des Wassers zu erwarten sei. Beide Fragen verneinte Dr. Makowetz. Im Interesse der Landwirtschaft stellte Landw.-Oberrat Ing. Schimetta eine Anfrage wegen der Holzabfuhr im Stauraum, für die bis jetzt immer der Wasserweg, die Flößerei, am billigsten war, auch brachte er Bedenken wegen Erhöhung der Hochwassergefahr durch den Bau des Stauwerkes vor. Direktor Böhmer konnte diese Bedenken zerstreuen, da bei der Projektierung bereits die Hochwassergefahr eingehend behandelt wurde und Maßnahmen getroffen werden. Die Abfuhr von Langholz mittels Flößen ist auch bei der späteren Schleuse möglich und erfährt keine Behinderung.
Rückstauraum: Der Vortrag von Dr. Makowetz am Mittwoch, 18. Februar, befaßte sich eingehend mit dem Rückstauraum und dessen Auswirkungen. Durch den 16m hohen Aufstau, den größten überhaupt auf der Donau, kommen die zwei Orte Untermühl und Obernühl gänzlich zum Verschwinden. Bei Obermühl wird sich nach der Aufstauung ein Seitenhafen von einer Länge von 60 Meter bilden. Auch Untermühl bekommt eine tief einschneidende Bucht, die sich für Sportler bestens auswerten läßt. Die bisherigen Verhandlungen mit den Besitzern im Rückstauraum haben gezeigt, daß 34 Besitzer die Absicht haben, abzuwandern, 52 wollen sich auf der gleichen Stelle bzw. etwas zurückgelagert wieder aufbauen und in 11 Grenzfällen konnte bisher keine Entscheidung ge­funden werden.
Freizell zum Teil im Staugebiet. Im Stromabschnitt Schlögen-Engelhartszell erfolgt lediglich der Umbau eines Treppelweges am linken Donauufer nächst dem Kraftwerk Kramesau. Um dort für die Schiffahrt bessere Fahrverhältnisse zu schaffen, wird an eine schrittweise Aufhöhung des bekannten Schlögner Haufens gedacht; gleichzeitig sollen im Zuge dieser Regulierung der Regensburger und der Freizeller Haufen teilweise abgetragen werden. Die tiefliegenden Geländeteile der Niederung bei Freizell, die sich am linken Ufer befinden, werden aufgehöht und ein Großteil der dort befindlichen Anwesen neu errichtet bzw. umgebaut. Der Ort Wesenufer, am rechten Donauufer (Strom-Km 2193) ist in keiner Weise mehr vom Aschacher Rückstau betroffen. Nur ein kleines, besonders tiefliegendes Straßenstück sowie die schiffsanlegestelle werden ein wenig gehoben. Ähnlich liegen die Verhältnisse weiter stromaufwärts. Die Ortschaften Niederranna (2195) und auch Oberranna bleiben verschont. Nur einige kurze Straßenstücke werden zu heben sein.
Bei Kramesau um einen Meter höher. Beim Kraftwerk Kramesau des Rannawerkes der OKA wird durch den Einstau der mittlere Wasserspiegel um zirka einen Meter gehoben. Aber auch dies bedingt nur unwesentliche Veränderungen in der Turbinenhalle des Werkes. Beim Stromkilometer 2195,220 beginnt aber außerdem die künstliche Eintiefung der Stromsohle, die von der Jochenstein AG. zur Absenkung des Unterwasserspiegel und zur Verbesserung der Leistung des Werkes ebenfalls im Zuge dieser gesamten Arbeiten um Aschach vorgenommen werden wird. Engelhartszell wird vom Aschacher Rückstau gar nicht mehr berührt.

Wegen der Eisgefahr für den Rückstauraum wurden Vergleichszahlen von 1928 und 1940 genannt, wo das Wasser zwar die Höchstschiffswassermarken erreicht hatte, wo aber keinerlei Schä­den für die angrenzenden Besitzer nachgewiesen wurden. Für den einzi­gen eventuell gefährdeten Ort Freizell ist die Anlegung eines Dammes vorge­sehen. Jochenstein verfügt über Eisbrecher mit 400 PS, Ybbs mit 700 PS und Aschach wird mit solchen von 900 PS ausgestattet.
Die immer wiederkehrende Frage der Interessengemeinden wegen Schaf­fung besserer Verkehrswege am Stau­rand, könnte dahingehend eine Lösung erfahren, daß von Seiten jener Behör­den, die diese Verkehrswege fordern, der DKW Subventionen gewährt wer­den. Dr. Salzmann der Stadtgemeinde Wels und Dr. Vogel der oö. Handels­kammer sprachen eindringlich für den, Bau einer Brücke in Aschach. Sie führ­ten ins Treffen, daß ja das ganze Land durch diesen Bau an Naturschönheit verliert und der Brückenbau eine Wie­dergutmachung in dieser Richtung wäre.
Spürbare Spannungen entwickelten sich bei der Debatte zwischen dem Direktor der Papierfabrik Obermühl, Dr. Heßke, und Dr. Böhmer, DKW. Dr. Heßke führte ins Treffen, daß die Papierfabrik durch den Aufstau an der eigenen Anlage einen Leistungsverlust von 200 kW zu verzeichnen habe. Fer­ner sei die Transportfrage für die Fabrik gefährdet und Wohnungen für Werksangehörige gingen verloren.
Dr. Böhmer führte dazu aus, daß an­scheinend Obermühl selbst nicht wisse, was es eigentlich wolle. Soll der Betrieb liquidiert werden oder, wie heute Dok­tor Heßke erkläre, soll er modernisiert und vergrößert werden. Der Geschäfts­führer der Papierfabrik von Obermühl sei nämlich mit seiner Meinung das ge­rade Gegenteil mit jener Dr. Heßkes. Der Papierfabrik droht der Verlust von 19.000 Quadratmeter Grund.
Von seiten der Marktgemeinde Aschach a. d. Donau wurde ein Memo­randum überreicht, welches die Forde­rungen und Wünsche des Marktes be­inhaltet. Diese beziehen sich auf Was­serversorgung, Kanalisation, Sicher­heitsmaßnahmen im Straßenverkehr, Pflege des Ortsbildes, Erhaltung der Naturdenkmäler,  Schotterversorgung, Sicherung des Überfuhrbetriebes.
Bemerkenswert war, zu erfahren, daß die Kosten der Straßenbrücke über das Kraftwerk Ybbs im Betrage von drei­ßig Millionen Schilling vom Bund ge­tragen wurden. Dies läßt zur berechtig­ten Hoffnung schließen, daß auch der Bund im Falle Aschach eine größere Summe freimacht.
Interessante technische Zahlen vom Kraftwerkbau, die u.a. bei einer Pressekonferenz in Linz zur Sprache kamen, können wir aus Platzmangel erst in unserer nächsten Folge bringen.
Der „Rekordwinter“ vor nun 30 Jahren
Eine Erinnerung zum Frühlingsbeginn.
Der ausklingende Februar hat uns, im Gegensatz zum gleichen Monat des Vorjahres, schönes, mildes Vorfrühlingswetter beschert. Deswegen nun schon „Hosianannah!“ zu rufen, wäre allerdings verfrüht. Es kann uns ja immer noch mancherlei bevorstehen, obwohl wir nicht hoffen, daß der Lenz sich heuer so rauh einläßt wie 1958, in welchem Jahr am 1. Mai (der Verfasser dieser Zeilen erinnert sich in seinen mehr als sechzig Lebensjahren keines ähnlichen Falles) die Bäume noch kahl und unbelaubt dagestanden sind. Sollte uns dafür aber vielleicht die reiche Obsternte, es gab später keine Fröste mehr, entschädigt haben....?
Trotz allem, der lange Winter von 1957/58 war immerhin noch ein milder Gesell` gegen jenen, der runde drei Dezennien hinter uns liegt, gegen den harten, frostklirrenden Gesellen von 1928/29. Daß damals die Vögel nicht, wie etwa in früheren Chroniken zu lesen stand, erstarrt aus der Luft herabfielen, die eigentlich geradezu verwunderlich. Denn Temperaturen um 20 Grad unter Null waren im Jänner wie im Februar des Jahres 1929 gar nicht so selten, wobei der letztere Monat seinen Vorgänger sogar noch übertraf. Am 23.Februar sank die Quecksilbersäule noch einmal unter zwanzig Minusgrade, nachdem am 11. Februar Tiefstände bis zu dreißig Graden gemessen worden waren. Selbst im März, der Lenzmond, begann mit zehn Grad unter dem Gefrierpunkt und als das Thermometer endlich einmal bis zum Nullpunkt hinaufgeklettert war, da kamen die halberfrorenen Menschen sich fast so vor, als hätte man sie in tropische Gefilde versetzt.
Im Mühlviertel war das Gebiet um Freistadt damals Kältezentrum, während es z. B. in Kollerschlag im Durchschnitt wärmer war als in Linz. Die Südhänge des Böhmerwaldes waren jedoch weniger mild gestimmt und es gab dort Temperaturen bis zu 35 Grad unter Null. Dazu kamen noch Schneeverwehungen, welche tagelang jeden Verkehr unterbanden oder hemmten. So blockierte eine große Wächte am östlichen Ortsausgang Aigens die Böhmerwaldstraße und verschüttete dabei ein Haus zur Gänze. Einen sieben Meter langen Tunnel mußte man durch diese Wächte graben, um den Verkehr halbwegs aufrecht erhalten zu können.
Es waren geradezu sibirische Zustände, die in jenem Winter in unserem Lande und zuletzt im Mühlviertel herrschten und bis heute hat keiner der folgenden Winter mehr, zumindest was andauernde grimmige Kälte betrifft, den von 1928 auf 1929 erreicht. Volle drei Wochen lang war damals im Monat Februar das Thermometer nicht über zehn Minusgrade hinaufgeklettert und zu Dutzenden liefen die Leute mit erfrorenen Ohren und Nasen herum.
Daß es auch andere Winter gab, die das gerade Gegenteil von dem soeben beschriebenen waren, wissen wir u.a. aus Aufzeichnungen, welche aus der Umgebung von Perg stammen. So blühten dort am 25. Jänner 1834 bei 14 Wärmegraden die Frühlingsblumen und 1787 im Februar die Kirschbäume. 1186 und 1328 blühten die Bäume schon zu Weihnachten und zu Pfingsten waren bereits die Felder abgeerntet. Daß die Rosen kurz vor dem Christfest noch einmal blühten, das haben wir in den letzten Jahren selbst einige Male erlebt, so daß ähnliche Aufzeichnungen aus vergangenen Zeiten uns gar nicht mehr so mehr als Kurios anmuten. Der Winter zeigte in den letztvergangenen Jahren ja überhaupt das Bestreben seine Herrschaft erst unverhältnismäßig spät anzutreten, die dafür aber um so länger in den Frühling hinein auszudehnen. Vielleicht macht das laufende Jahr hier nach langem wiederum einmal eine Ausnahme, über die wir uns, vorausgesetzt, daß auch die Eismänner ein wenig gnädig sind, nur freuen könne.

März 1959
Landschaft zwing fast zum Donaukraftwerk Aschach

Technische Details vom größten Flußkraftwerk Mitteleuropas –
Partenstein muß um acht Meter gehoben werden
Warum die österreichische Donaukraftwerke AG. als zweites (nach Jochenstein) der insgesamt 13 geplanten Donaukraftwerke in den kommenden vier Jahren gerade das Projekt Aschach verwirklichen, erklärten Direktor Dipl.-Ing. Bohmer und andere Mitglieder des DOKW-Vorstandes kürzlich im Linzer Parkhotel der oberösterreichischen Presse. Nach zweieinhalbjähriger Pla­nung gab man dem Donaukraftwerk Aschach den Vorzug, weil es mit einer mittleren Jahresleistung von 1609 Mil­lionen Kilowattstunden das größte Donaukraftwerk und damit das größte Flußkraftwerk Mitteleuropas werden wird. Neben diesen ertragsmäßigen Erwägungen war außerdem die Tatsache ausschlaggebend, daß bei diesem Drei-Milliar-den-Schilling-Vorhaben In Aschach landschaftlich denkbar günstige technische Voraussetzungen gegeben sind.
Schon die Staustelle oberhalb des Marktes Aschach am Ende der engen Durchbruchsstrecke der Donau ist von Natur aus vorgezeichnet, da weiter stromaufwärts für eine Baustelle weder die nötige Uferbreite vorhanden noch der Stromlauf genügend gestreckt ist, um die Kraft- und Wehranlage quer zum Strom stellen und die einen Kilometer lange Schleusenanlage unterbringen zu können. Würde man mit der Staustelle stromabwärts rücken, müßte der Markt Aschach in den Stauraum einbezogen werden, und das wäre natürlich sehr kostspielig. Der Stauspiegel würde in diesem Fall nämlich um zwölf Meter höher liegen als die gegenwärtigen Uferstraßen und Länden von Aschach.
Reißende Donau – stiller Fjord. Der 41 Kilometer lange Stauraum, der von der Staustelle oberhalb Aschach unmittelbar bis zum Kraftwerk Jochenstein reicht und von der engsten und kurvenreichsten Durchbruchsstelle der österreichischen Donau gebildet wird, wird sich durch den Aufstau des Mit­telwasserspiegels um 15,66 Meter (Jochenstein etwas über 10 Meter) in einer tiefen, langgestreckten See verwandeln. Die Donauschifffahrt wird dankbar sein denn durch den Aufstau des Kraftwerkes Aschach werden alle Untiefen und Klippen überstaut und die Fließgeschwindigkeiten derart herabgesetzt daß die Donau in dieser Strecke ihren wilden Charakter vollkommen verliert. Da also in Zukunft auf dieser so hindernisreichen Strecke ein zweibahnige Schiffsverkehr bei Tag und Nacht, auch bei geringer Wasserführung, möglich sein wird, können alle derzeit bestehenden Signalstationen, die auf der einbahnigen Strecke den Verkehr regeln, aufgelöst werden.
Die Schlögener Schlinge. Mit ihren engen Krümmungen, Sandbänken und hohen Flußgeschwindigkeiten wird durch den Überstau künftighin auch zweibahnig ohne Schwierigkeiten befahrbar sein. Der hohe Einstau wird allerdings auch zur Folge haben, daß das Krafthaus des Mühkraftwerkes Partenstein um acht Meter höher gesetzt werden muß. Schwierigkeiten bereitete beim Projekt Aschach den Technikern allerdings das Problem der Schleusenanlage. Zum Unterschied von Ypps-Persenbeug, wo zur Füllung einer der zwei 24 Meter breiten Schleusenkammern zirka 60.000 bis 80.000 Kubikmeter Wasser notwendig sind, werden bei Aschach durch den höheren Stau 90.000 bis 120.000 Kubikmeter Wasser zu- oder abgeleitet werden müssen. Da eine Füllung der Schleusenkammer in Aschach nachdem System von Ybbs-Persenbeug eine Wartezeit der Schiffe von mindestens einer halben Stunde bedeuten würde und außerdem durch die größere Wassermenge Sunk- und Schwallerscheinungen zu erwarten wären, haben sich die Techniker für das Kraftwerk Aschach ein neues Schleusensystem ausdenken müssen, das die Wartezeit der Schiffe in den Schleusen auf 12 bis 13 Minuten herabdrückt  Die Schleusenkammern werden selbstverständlich auch zur Ableitung katastrophaler Hochwasser benutzt werden. Überlegungen nach Energienutzung, Hochwasserabfuhr, Uferschutz und Baudurchführüng haben dazu geführt, daß bei Aschach die Schleusenanlage am rechten Donauufer geplant wurde. An die Schleusen wird sich das Kraftwerk anschließen, von dem aus eine 156 m lange fünffeldrige Wehranlage  die Verbindung zum linken Ufer herstellen wird.
Vier Kaplan-Giganten. Rund 95 Prozent der zufließenden Wassermenge der Donau können durch die vier riesigen Kaplan-Turbinen (Höchstleistung: je 100.000 PS) geleitet werden. Da nur an durchschnittlich 60 Tagen im Jahr Überschuß ungenützt über das Wehr abgelassen werden muß, ist der energiewirtschaftliche Nutzungsgrad des Werkes Aschach sehr groß.
Von der errechneten nutzbaren Jahresarbeit des Werkes mit 1,6 Milliarden kWh entfällt der sehr hohe Anteil von 41 Prozent auf den Win­ter. Selbst in einem trockenen Jahr, wie es z.B. 1947 war, würde eine Jahresarbeit von 1,3 Milliarden kWh möglich sein, dafür bringt ein nasses Jahr wie 1944 eine jährliche Energieerzeugung von sogar 1,88 MilliardenkWh. Sind einmal alle 13 geplanten Donaukraftwerke ausgebaut, werden, sie eine Arbeitsleistung von ca. dreizehn Milliarden kWh erbringen.

Todesfälle: Am 14. Februar verschied in der Frauenklinik Linz Frau Rosa Huber aus Hofkirchen 45 im Alter von 39 Jahren. Die Verstorbene war Mutter von sechs Kindern. Am Begräbnis dieser vorbildlichen Frau nahmen außerordentlich viele Trauergäste teil.
Weiter verstarb im 81. Lebensjahr Rosa Hartl aus Emmerstorf Nr. 18.
Geburten: Dem Fleischhauerehepaar Norbert und Maria Keil aus Hofkirchen Nr. 21 wurde ein zweiter Sohn geboren.

Oberes Donautal und Aschacher Brücke.
Wir geben einer Zuschrift Raum.

Haben sich die Bewohner von Niederranna schon damals um eine Donaubrücke beworben?
Aus dem oberen Donautal erhalten wir eine Zuschrift, aus der hervorgeht, daß nach Ansicht der dortigen Bewohnerschaft Aschach nicht der richtige Ort für die Erbauung einer Brücke außerhalb des Donaustauraumes wäre. Man hätte sich, so heißt in dem Schreiben, noch zufrieden gegeben und keinerlei Einwände erhoben, wenn dies auf die ursprünglich beabsichtigte Art erfolgt wäre, d.h., daß die Brücke im Zusammenhang mit dem Stau selbst und daher mit geringeren Kosten errichtet worden wäre. Wenn man aber eine vom Kraftwerksbau unabhängige Brücke errichten will, so sollte man dies doch dort tun, wo sie am zweckmäßigsten ist.
Die beste und kürzeste Verbindung, so stellt man in diesem Schreiben fest, zwischen dem oberen Mühlviertel, dem Hausruckviertel und dem Innviertel wäre jedenfalls durch eine Brücke in Niederranna oder Wesenufer gegeben, da dort auf beiden Ufern auch die nötigen Zufahrtsstraßen vorhanden sind. Man könnte in diesem Fall schnell und auf kürzestem Weg vom oberen Mühlviertel über Schlögen und Eferding nach Wels und noch schneller nach Ried, Schärding oder in die Umgebung von Braunau gelangen. Die Rollfähre Niederranna – Kager entspricht auf keinen Fall mehr dem immer reger werdenden Verkehr. dort geschieht es des öfteren, daß 20 und noch mehr Autos hintereinander stehen und auf das Übersetzen warten müssen, denn mehr als zwei Wagen kann die Fähre nicht auf einmal befördern.
Wer aus dem Mühlviertel bei und unterhalb Aschach aber auf das rechte Donauufer will, braucht gar keinen so langen Umweg machen und kann dies auf der Linzer Brücke ebenfalls tun. Das untere Mühlviertel jedoch hat auf einer Brücke bei Aschach und Landshaag kaum irgendwie ein Interesse. Dies ist, wie schon bemerkt, nicht immer unsere, sondern die Stellungnahme der Bewohnerschaft an der oberen Donau zur Aschacher Brückenfrage, der wir über Ersuchen hier Raum gegeben haben.
Hofkirchen: Straßenbau:  Für die Verbreiterung de Falkenstein-Landesstraße im Gemeindegebiet von Hofkirchen i. M. hat die oö. Landesregierung einen weiteren Betrag von 95.000 Schilling bewilligt. Dies ist der gesamte für die Fortsetzung der Arbeiten erforderliche Betrag.

Kraftwerk – Aschach. Heimattreue blüht in Untermühl
Alle mit dem Bau des Donaukraftwerkes Aschach in Verbindung stehen den Probleme der Bevölkerung bilden eine Hauptsorge des Bezirkshauptmannes ORR. Dr. Blecha von Rohrbach, der sich für die Wahrung der Rechte der betroffenen Bevölkerung ohne Unterlaß einsetzt und das Beste aus der Situation zu gewinnen sucht. Auch neben dem Bau der Straßenbrücke bei Aschach haben der Bezirk Rohrbach und sein Leiter noch viele Probleme. Verlieren doch im Donautal von Untermühl bis Freizell viele Menschen ihre Häuser und den Grund, den schon ihre Vorfahren mit Sorgfalt bebauten. Bedachtnahme auf den bisherigen Landschaftscharakter bei Gestaltung der neuen Siedlungen, die geschlossen innerhalb des gleichen Gemeindegebietes zu errichten sind, Fragen des Naturschutzes, der Denkmalpflege fallen u. a. hier herein. Die Haltung der Bevölkerung im Donautal ist es wert, gewürdigt zu werden, und die braven Menschen dort verdienen jede Förderung, auch die Berücksichtigung der Umsiedler-Anliegen, was die Gestaltung ihrer neuen Häuser betrifft.
Untermühl, einer der lieblichsten Flecken im Bezirk Rohrbach, in flacher Mulde an waldige Hänge gelehnt, ein kleines Paradies der Ruhe an der Mündung der Großen Mühl, wird als einziger Ort im Stauraum zur Gänze der Überflutung zum Opfer fallen. Ein beliebtes Ziel erholungsuchender Gäste wird sich in einen „See von Untermühl“ verwandeln, der hinaufreichen wird bis zum Kraftwerk Partenstein. Uralte Häuser von historischem Wert werden weichen müssen; Denkmäler, die von längst vergangenen Zeiten künden, werden künftig an anderer Stelle dem Besucher aus der Geschichte erzählen; Obstgärten, wie sie so sorgsam gepflegt im Bezirk kaum mehr zu finden sind, werden bald zum letzten Male ihre Früchte schenken, Es ist ein harter Abschied von einer vertrauten Welt. Die Bevölkerung von Untermühl zeigt in dieser Lage eine innere Größe, die bewundernswert ist. Sie trifft ja das härteste Schicksal aller Gebiete im kommenden Stauraum. Keiner geht aus der Heimat: Aber nicht ein einziger Besitzer denkt daran, Geld zu nehmen und der Heimat den Rücken zu kehren. Sie alle wollen in der Nähe ihres geliebten Untermühl bleiben. Von der Höhe, auf der ihre Häuser einmal stehen werden, wird ihr Blick auf die umgewandelte Landschaft zu ihren Füßen fallen. Immer werden die Menschen dort ober auf der Höhe mit ihren Herzen unten im Tal sein. Größte Achtung wird den Menschen von Untermühl von allen Mitbürgern gezollt, die selbst an ihrer Heimat hängen und so ihre Wehmut verstehen können.
Auch die Donaukraftwerke-AG bringt dieser Haltung viel menschliches Verständnis entgegen und hat weitgehende Berücksichtigung aller Wünsche versprochen. Nur ein einziger Beweis dafür, vielleicht nur „am Rande bemerkt“, aber in seiner Art tröstend: Direktor Böhmer hat dem Bezirkshauptmann die feste Zusage gemacht, daß das alte Bild des Donautales stromaufwärts vom künftigen Kraftwerk Aschach im Film festgehalten und ein Streifen der Bezirkshauptmannschaft zur freien Verfügung überlassen wird. So wird das derzeitige Antlitz der Südgrenze des Bezirkes der Nachwelt erhalten bleiben.
Im Arbeitszimmer des Bezirkshauptmannes von Rohrbach hängt ein Bild, das die Ortschaft Untermühl mit dem Blick auf das gegenüberliegende Ufer zwingt. In dieses Bild hat sein begnadeter Schöpfer, der Akad. Maler Schnetzer aus Linz, alle Sehnsucht und alle Trauer hineingelegt, die wir empfinden, wenn wir an das Los dieses herrlichen Stückchens Erde denken. Der Platz aber, den dieses Bild einnimmt, ist Symbol dafür, daß die Menschen von Untermühl und mit ihnen alle, die am linken Donauufer in gleicher Weise betroffen werden, in ihren Sorgen nicht vergessen sind. Nur ein knappes Drittel aller, die durch den künftigen Stauraum an diesem linken Ufer ihre Heimstätten verlieren, wird sich eine neue Heimat in der Ferne suchen. Möge ihnen ihre Wahl die Erwartungen erfüllen!
Denen aber, die in der alten Heimat bleiben, sei versichert, daß sie sich durch ihre Treue noch fester an den Bezirk gebunden haben. Sie mögen gewiß sein, daß ihnen ihre Mitbürger aus ganzem Herzen eine friedvolle Zukunft in ihrer alten Umgebung wünschen, ein Leben in Geborgenheit „oben auf der Höhe...“.
Dem Hofkirchner Bürgermeister zum Fünfziger
Der Bürgermeister von Hofkirchen, Adalbert Thaller, vollendete am 7. März sein 50. Lebensjahr. Dies nahm Bezirkshauptmann ORR. Dr.Blecha zum Anlaß, um dem verdienten Hofkirchner in einem Schreiben die besten Glückwünsche zu übermitteln, ihm für die gute Zusammenarbeit und für die großen Verdienste um die Marktgemeinde zu danken und ihm und seiner Familie alles Gute zu wünschen. Auch die Redaktion der „Mühlviertler Nachrichten“ schließt sich den Glückwünschen aufrichtig an, da sie Adalbert Thaller als sehr aufgeschlossenen Mann mit festem Charakter kennt. Selbstverständlich fanden sich auch die Hofkirchner Behördenvertreter und die Musikkapelle zur Gratulation ein. Ein gemütliches Beisammensein schloß die nette Glückwunschfeier.
Geburten. Den Landwirtseheleuten Florian und Rosina Stöbich, Emmerstorf 14, und den Eheleuten Norbert und Theresia Roll aus Niederranna 25 wurde ja ein Sohn geboren. Der Neugeborene der Binderseheleute Josef und Maria Hochmuth starb leider bald nach der Geburt.
Versammlung: Unter Vorsitz von Obmann Karl Kiesl aus Hundsfülling war am 8. März im Gasthaus Huber eine Bauernbundversammlung. Als Gastredner erschien Landtagsabgeordneter Ganglberger. Er behandelte in seinem Referat die Nöten der Landwirtschaft.
Gestorben:  Am 10. März verschied die Auszüglerin Juliana Antlanger aus Niederranna Nr. 5 im 90. Lebensjahr.

April 1959
Vater Moser U Am Ostersonntag starb der Vater unseres hochw. H. Pfarrers, Herr Josef Moser, im 92. Lebensjahr. Moser war ein sehr gesuchter Maurer; er arbeitete auf großen Baustellen, so u. a. in jungen Jahren am Franz-Josefs-Bahnhof in Wien. Bei der Heimreise mußte er damals von Linz nach Kollerschlag zu Fuß gehen, da die Mühlkreisbahn noch nicht in Betrieb war. Am Leichenbegängnis beteiligten sich Dechant Krahwinkler aus Sarleinsbach sowie der Pfarrer von Putzleinsdorf, Lembach, Niederkappel, Rannariedl, Oberkappel, Pfarrkirchen und Obermühl. Am Grabe sprach der hochw. Herr Dechant Worte des Dankes für den verstorbenen Priestervater, der so große Opfer brachte, damit sein Sohn studieren konnte. Auch die Musikkapelle Hofkirchen und viel Pfarrvolk folgte dem Sarg. Mit Josef Moser ist wieder ein Stück von Alt-Hofkirchen von uns gegangen.
Hochzeit: Am Ostermontag feierte in der Pöstlingbergkirche der Wagner und Gastwirt Josef Haider aus Hofkirchen Nr. 28 Hochzeit mit der Bauerntochter Pauline Luger aus Hochödt. Die außerkirchliche Feier war im Gasthaus der Brautleute in Hofkirchen.
Geburten: Dem Rentnerehepaar Ludwig und Maria Reinthaller wurde ein Töchterchen geboren.

Mai 1959
Folgenschwerer Großbrand im Rannatal
Das stille, romantische Rannatal war vergangene Woche der Schuplatz einer Brandkatastrophe. Aus bisher unbekannter Ursache brach in der Holzfabrik der Brüder Musenbichler am 13. Mai kurz nach Feierabend ein Brand aus, dem ein Großteil der Werksanlage zum Opfer fiel. Der Betrieb, der eingebettet am Ende des Steiltales der Ranna liegt, ist die einzige Holznägelfabrik Österreichs, und deshalb ist der Schaden nicht nur für das Mühlviertel, sondern auch für Österreich bedeutungsvoll. Das kleine Werk geht bereits auf Gründung im vorigen Jahrhundert zurück, und ist seit dieser Zeit langsam, aber stetig gewachsen, so daß heute etwa 20 bis 30 Arbeiter Beschäftigung finden. Das Haupterzeugungsprogramm der rührigen, wendigen Industrie bildete die Holznägelproduktion für die Schuhindustrie, daneben aber kommt die Pflockholzerzeugung zu immer größere Bedeutung. Bis zu dreißig Meter lange Holzstäbchen im Querschnitt eines Schuholznägels wurden auf den dafür speziell entwickelten Maschinen erzeugt. Dieses Pflockholz, in der Fachsprache so benannt, wird von den modernen Schuherzeugungsmaschinen verarbeitet, die aus den dünnen Stäbchen die Holznägel spitzen und sodann im Leder verarbeiten.
Aber auch die Kugellagerindustrie war ein Hauptabnehmer für Holzschrot, die kleinsten Holzwürfelchen, die zum Schleifen und Polieren der Stahlkugeln Verwendung finden. Zwischendurch wurden serienweise Mundspachteln für die Medizin, Eislöffelchen, Schuhgeilenkfedern und sogar Rollmopsstifte erzeugt. Bereits nach dem ersten Weltkrieg, in den dreißiger Jahren, exportierte man Schuhholznägel nach Japan, Ägypten, in die Türkei, nach Ungarn und Italien usw. Heute beschränkt sieh der Export in der Hauptsache auf Deutschland.
Nahezu alte Maschinen sind

Sonderanfertigungen

und mußten vom Werk selber erdacht werden, da es keinerlei Vorbilder auf diesem Erzeugungssektor gibt. Als die Seele des Unternehmens kann man wohl den Werkmeister, Herrn Leopold Lauß, bezeichnen, der fast alle im Werk verwendeten Spezialmaschinen erdacht, ausgefertigt, erprobt und verbessert hat. Hier bat der rote Hahn mit einem Schlag ein Lebenswerk eines treuen Angestellten zerstört. Lauß, der seit 1920 dem Werk angehört, wurde wohl neben den Besitzern am ärgsten von dieser Brandkatastrophe getroffen. Wir haben ihn besucht und dabei gefunden, daß er keineswegs niedergeschlagen Ist, sondern voll Mut und Umsicht bereits wieder plant. Ihn beseelt nur der eine Gedanke, das Werk baldmöglichst wieder voll in Betrieb zu sehen. Lauß war es auch, der als erster den Brand entdeckte. Es war Mittwoch, der 13. Mal, kurz nach 17 Uhr. Nur vier Arbeitskameraden  waren noch im Werk. Unter ihnen auch Lauß. Der Werkmeister hatte sich mit seinem Motorrad noch nicht weit vom Werk entfernt (Lauß bewohnt ein Haus am Rande von Hofkirchen), als er die Brandgeräusche und kurz nachher auch die ersten Flammen wahrnahm. Er stellte sein Motorrad ab und eilte zum Werk zurück. Mit größter Umsicht ließ er von. einem der Verbliebenen die Feuerwehr Niederranna verständigen und begann sogleich den Kampf gegen die Flammen. In kurzer Zeit waren die Feuerwehren der näheren und weiteren Umgebung auf dem Brandplatz erschienen. Unter ihnen sah man die Feuerwehren von Niederranna, Hofkirchen, Pfarrkirchen, Dorf, Altenhof, Oberkappel, Neustift und Ameisedt. Auch vom benachbarten Bayern war eine gutausgerüstete Wehr aus Gottsdorf mit einem Tankwagen erschienen. In kürzester Zeit hatten die Wehren mit vereinten Kräften den Brandherd lokalisiert und unter Kontrolle. Allein zwei Tage und Nächte lang gloste die Glut weiter, flackerte erneut auf, gab wieder Ruhe, um von neuen aufzuflammen, bis auch das letzte Glutnest gelöscht war.
Der angerichtete Schaden geht weit über eine Million Schilling. Zum Glück wurde während der Löscharbeiten niemand verletzt. Vollkommen vernichtet wurde das Herzstück des Unternehmens, das gesamte Maschienenhaus, das bis auf die Grundmauern ausbrannte. Sämtliche Spezialmaschinen sind unbrauchbar geworden. Gerettet wurde der Lagerraum, der Verpackungsraum, die Trockenanlage und der Schornstein sowie die Gattersäge.
Wie Werkmeister Lauß abschließend unserem Reporter berichtete, wird das Werk alles daransetzen, bis längstens in 8 Wochen die Schroterzeugung teilweise wieder aufzunehmen, um den Verpflichtungen gegenüber den Steyr-Werken nachzukommen.

 

Brückenbau beim Bruckwirt in Lembach, der Falkensteiner-Landstraße Fleißige Hände bauen für die Zukunft! In einigen Wochen wird die neuerrichtete Brücke, welche die Falkenstein-Landesstraße von Altenfelden über die Kleine Mühl nach Lembach führt, dem Verkehr übergeben werden können. Damit wird die Notbrücke, über welche auf der stark frequentierten Straße täglich viele Hunderte Fahrzeuge geleitet werden mußten, ausgedient haben.

Mit einer Länge von 17 m, einer Fahrbahnbreiite von 6,50 m und einer Bankettbreite von 1,60 m bildet die neue Verbindung über die Kleine Mühl ein Schmuckstück des Flußtales und stellt zugleich eine ideale Losung im Interesse dies immer mehr werdenden Verkehrs auf der Falkenstein-Landesstraße dar. Gegenüber der Straßenbreiite bringt der Brückenübergang keine Verengung. Während aus Richtung Lembach der Verkehr in gerader Fortsetzung in die Brücke mündet, ist dieselbe bei der Einmündung aus Richtung Altenfelden und der aus Ober-mühl heranführenden Straße trompetenförmig ausgebildet, so daß aus beiden Richtungen unter weitgehender Ausschaltung von Gefahrenmomenten eine leichte Einfahrt möglich ist
Bezirkshauptmann ORR. Dr. Blecha hatte kürzlich Gelegenheit, sich mit den beim Brückanbau beschäftigten Arbeitern, an ihrer Spitze Herr Baupolier Steiner, zu unterhalten. Doktor Blecha zeigte sich an den Detailangaben und Erklärungen, die ihm über das Vorhaben an Ort und Stelle vermittelt wurden, sehr interessiert und versäumte nicht, dem Polier und seinen Arbeitern für den Fleiß, mit dem sie das schöne Werk der Vollendung zuführen, seinen Dank und volle Anerkennung auszusprechen. Mit dieser Brücke wird eine im Bezirk Rohrbach schon immer schmerzlich empfundene Verkehrsfalle beseitigt, da im Zusammenhang mit dem Bau die Falkenstein-Landesstraße in Richtung Lembach endlich Ihre Begradigung erfahren konnte.
Es ist erfreulich, daß trotz der aufzuwendenden hohen Mittel für die Beseitigung der im heurigen Frühjahr geradezu katastrophal aufgetretenen Frostschäden die Arbeiten an der Brücke und an der Verbesserung der Falkenstein-Landesstraße unbeschränkt weitergeführt werden. Mit Vergnügen und Befriedigung kann der Kraftfahrer nun bald den schönen Markt Hofkirchen auf einer staubfreien Straßeindecke erreichen. Die vorzüglich angelegte Trasse wird beiderseits von wundervoller Landschaft begleitet, die Ruhe und Beschaulichkeit atmet, und so manchen lieblichen Blick in das Herz jenes Stückchens Heimat gewahrt, das von unserem großen Norbert Hanrieder so trefflich gerühmt und besungen wurde.
In diesem Zusammenhang soll aber auch der Landes-Straßenverwaltung ein Wort des Dankes gesagt sein, die mit Verständnis und Entgegenkommen sich immer wieder den berechtigten Wünschen auf weitere Verbesserung des Straßennetzes im Bezirk Bohrbach geneigt zeigt, und im Rahmen des Möglichen mithilft, daß die Bestrebungen auf genügende Erschließung des Gebietes für den Fremdenverkehr so bald wie möglich zum Erfolg führen. Gute Straßen sind aber dafür eine wesentliche Voraussetzung, denn auf Ihnen rollt der Schilling, der auch in diesem armen Grenzbezirk dem Wohlstand einer braven Bevölkerung dienen soll.

Die Bautätigkeit läuft in Hofkichen wieder auf vollen Touren. Der Rentner Ludwig Reinthaller und der Straßenwärter Johann Reinthaller bauen sich je ein Einfamilienhaus; Franz Höglinger, der erst kürzlich die Meisterprüfung abgelegt hat. baut im Haus seiner Mutter eine vollkommen neue Bäckereianlage ein. Der Bauer Leopold Berger ließ das alte Nebenhaus abtragen und errichtet ein neues; der Landwirt Johann Mayrhofer in Marsbach 10 stockt sein Wohn- und Wirtschaftsgebäude auf. Ein neues Wirtschaftsgebäude mit Rinderstall hat sich der Maurer  und   Kleinlandwirt  Franz Mayrhofer in Hundsrülling 14 vorgenommen. Auch an das Feuerwehrzeughaus mit den Räumen für die Gendarmerie wird letzte Hand angelegt
Versammlung. Mehrere Mitbegründer des Bauernbundes erhielten für ihre 40-jährige Mitgliedschaft bei einer Bauernbund-Versammlung in Hofkirchen — Gastredner war BR. Grundemann , Ehrendiplome überreicht.

Hofkirchen gratuliert seinem Seelsorger . Geburtstagfeier: Am 16. Mai feierte H. H. Pfarrer Josef Moser die Vollendung des 60. Lebensjahres. Die Musik brachte ihm ein Ständchen dar, der Gemeindevorstand mit Bürgermeister Thaller übermittelte die Glück- und Segenswünsche der Pfarrgemeinde. Möge der Jubilar noch viele Jahre in Gesundheit in Hofkirchen verbringen!
Kirchliches:  28 Kinder schritten am Christi-Himmelfahrts-Tag zum erstenmal zum Tisch des Herrn. Die Musikkapelle begleitete die Kleinen vom Pfarrhof in die Kirchen.
Am 25. Mai hielt in unserem Pfarrheim Dr. Mittermayr einen gutbesuchten Vortrag über Lourdes.

Juni 1959.
Es geschah am 6. Juni 1944 – Vor 15 Jahren begann die Invasion.
Die größte militärische Aktion der Weltgeschichte: 5.000 Schiffe, 11.000 Bomber, mehr als drei Millionen Soldaten – der Anfang vom Ende des Dritten Reiches. General Eisenhower, der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte, der den Befehl zum Angriff gab, Feldmarschall Rommel, der den Auftrag hatte, die Invasion schon an der Küste Frankreichs zu zerschlagen, war gerade auf Urlaub.
Hofkirchen am Grabe einer Kriegerswitwe. Mit der Rentnerin Gisela Kiesl aus Hofkirchen 57 starb im 43. Lebensjahr eine brave Mutter und hilfsbereite Frau, die niemanden eine Bitte abschlagen konnte. Die KOV-Ortsgruppe, eine Vertretung der KOV-Landesleritung und der Bezirksleitung Rohrbach gaben ihr das letzte Geleit. Die Musikkapelle verschönte das Begräbnis ihres unterstützenden Mitgliedes. Die Frau hinterläßt einen minderjährigen Sohn.
Geburten. Zwillinge brachte Maria Fuchs aus der Landesfrauenklinik in Linz ihrem Gatten Johann in Hötzendorf Nr. 7 heim.


Blitz erschlug Pferd auf der Wiese
Am 19. Juni gegen 16 Uhr wurde während eines Gewitters in Niederkappel ein Pferd des Landwirtes Matthias Aigelstorfer bei der Heueinbringung von einem Blitz getroffen und so schwer verletzt, daß es sofort notgeschlachtet werden mußte. Matthias Aigelstorfer jun. Sowie dessen Bruder Hermann, die sich in unmittelbarer Nähe des Pferdes befanden, wurden durch den Blitz zu Boden geschleudert, blieben aber unverletzt. Das Pferd stellte einen Wert von etwa 7000 Schilling dar.

Juli 1959
Sommerfest des Sparverein Falkenstein.  Der Sparverein Falkenstein veranstaltete am 28. Juni um 19 Uhr im Gasthaus Huber ein gelungenes Sommerfest mit diversen Belustigungen, darunter als besondere Attraktion eine Wahl der „Königin der Nacht“. Für die musikalischen Darbietungen und Unterhaltung sorgten die „Lustigen Hofkirchner Buam“. Mit einem Tanz im Freien und zahlreichen Belustigungen fand das Fest einen allgemein befriedigenden Abschluß.
Renovierung des Rathauses:  Im Juni wurde die Außenseite des Rathauses renoviert, wobei das Landeswappen Oberösterreichs, das Hofkirchner Marktwappen mit dem Richterschwert (im Markt Hofkirchen amtierte einst der Marktrichter) und das Wappen der Falkensteiner-Herrschaft einer Auffrischung unterzogen wurden.
In Marsbach  die zur Gemeinde Hofkirchen gehört, steuerten die Gemeinde und die Interessenten zusammen, um eine Löschwasseranlage, welche zugleich als Bad gedacht ist, zu betonieren und weiter auszubauen. In Marsbach verlebte übrigens der bekannte Radiohumorist Karl Stiegler einige schöne Urlaubstage im Gasthaus Falkner.

Waldfest. Die KOV-Ortsgruppe Hofkirchen hat für Sonntag, 12. Juli, auf der Waldhöhe (Abzweigung gegen Pfarrkirchen) ein Waldfest geplant, bei dem verschiedene Belustigungen und Tanz am Programm stehen.
KOV – Ausflug: Am 5. Juli veranstaltet der KOV einen Ausflug in das Kremstal und durch Gesäuse mit zwei LKWs vom Trautendorfer. 46 Teilnehmer haben sich bisher schon dafür angemeldet.
Staatsvertragsverpflichtung
 Warenlieferung an die UdSSR  Wie amtlich bekanntgegeben wird, fand im Bundeskanzleramt unter Vorsitz von Bundeskanzler Ing. Raab die 25. Sitzung der Österreichischen Kommission für Warenlieferungen an die UdSSR statt.
Es wurden für das 5. Lieferjahr Lieferaufträge im Gesamtwerte von US-Dollar 9.779.776.- durch die Kommission angenommen. Sie umfassen die Lieferung von Kunstseidengarnen, Feinblechen, elektrischen Meßgeräten, chemischen Apparaten, Industriemessern, Kommpressoranlagen und Ersatzteilen für Kühlwagenzüge. Hiemit wurden für das 5. Lieferjahr Lieferaufträge im Gesamtwerte von US-Dollar 22,978.651.45 angenommen. Bis zum 30. Juni 1959 wurden an die UdSSR für Rechnung des 4. Lieferjahres Waren im Werte von US-Dollar 25,983.441.80 und für Rechnung des 5. Lieferjahres Waren im Werte von US-Dollar 308.000.- termingemäß geliefert. Damit entfällt auch für das 4. Lieferjahr die Notwendigkeit der Dollarzahlung.
Mit dem obgenannten Lieferstand sind zwei Drittel der Waren auf Grund des Abkommens zur Ablöse der USIA-Betriebe ausgeliefert sowie Lieferaufträge über rund 125 Millionen Dollar abgeschlossen, so daß praktisch zur Erfüllung der Gesamtverpflichtung von 150 Millionen Dollar nur mehr das 6. Lieferjahr mit der Jahresquote von 25. Millionen Dollar aussteht.
Auf Grund des Abkommens zur Ablöse der Erdölbetriebe wurden bis zum 30. Juni 1959 für Rechnung des 4. Lieferjahres 929,274.543 Tonnen Erdöl termingemäß ausgeliefert.
Hofkirchen: Waldfest vom KOV:  Am 12. Juli veranstaltete die Ortsgruppe des KOV Hofkirchen auf der Waldhöhe ein sehr gut besuchtes Fest, dessen Reinertrag dem Fonds zur Errichtung eines neuen Kriegerdenkmals zufließt.
Neuigkeiten aus Freizell: Im Zuge des Kraftwerkbaues Aschach begann man anfangs der vergangenen Woche mit Baggerungen bei der Schlögner Schlinge. Dort wird die als Brodlhaufen bekannte Schotterbank, immer schon ein Hindernis für die Schiffahrt, verschwinden. Das Schottermaterial wird zum Großteil in das Innere der Schlögener Au gebracht und der Donauarm dort allmählich aufgefüllt.
Bauarbeiten an der Falkenstein-Landesstraße
Die Falkenstein-Landesstraße wurde in den letzten Jahren von Altenfelden bis Hofkirchen ausgebaut und staubfrei gemacht. Lediglich an zwei Stellen sind noch Brückenneubauten erforderlich. Die Brücke über die kleine Mühl ist bereits in Bau, die Brücke über den Werkmüller-Bach soll heuer in Angriff genommen werden. Für diese Bauarbeiten bewilligte die oö. Landesregierung über Antrag des Baureferenten die Freigabe von 120.000 Schilling. In der gleichen Sitzung wurde auch für die Fortsetzung der Staubfreimachung über Oberkappel zur Landesgrenze ein Betrag von 490.000 Schilling genehmigt. Da diese Strecke sehr frostgefährdet ist, muß eine Verstärkung des Tragkörpers erfolgen.

August 1959
Verbreiterung der Falkenstein-Landesstraße
Die oö. Landesregierung hat über Antrag des Baureferenten für die Verbreiterung der Falkenstein-Landesstraße im Bereich der Gemeinde Hofkirchen einen weiteren Betrag von S 95.000.- bewilligt.

Landjugend auf Lehrfahrt: Kürzlich unternahmen die Landjugendgruppe Hofkirchen eine Lehrfahrt, auf deren Programm eine Besichtigung der Landesackerbauschule Ritzlhof, Steyr-Daimler-Puch-Werke und des Musterhofes des Vizepräsidenten der oberösterr. Landwirtschaftskammer, Ökonomierat Kronsteiner in Großraming, waren. Erstes Ziel war der Ackerbauschule Ritzlhof, wo es viel zu sehen und vor allem zu lernen gibt. Zu kurz wurde die Zeit in den Steyr-Werken, ist es doch der Wunsch jedes Traktorfahrers, einmal in der Geburtsstätte seiner Maschine zu kommen. Hungrig und durstig wurde in Steyr eine kleine Rast gemacht. Dann ging es durch das Ennstal weiter zum Hof des Ökonomierats Kronsteiner. Da der Hof als Elektromusterhof eingerichtet ist und man eine vollkommen mechanisierte Hauswirtschaft sah, kamen auch die Mädchen auf ihre Rechnung. Dann setzte man sich auf Einladung der Hausleute in der Wohnstube bei Musik und Tanz zusammen. Leider mußte auch bald wieder an die Heimfahrt gedacht werden, und über St. Florian, wo dem Stiftskeller ein Besuch abgestattet wurde, ging es wieder nach Hause.
 
Der Juli war doch einiges zu naß
Witterung und Ernteaussichten: Durch die letzten Unwetter sind bei Wintergetreide verschiedentlich Ertrags- und Qualitätsbeeinträchtigungen aufgetreten, die in manchen Gegenden bereits Auswuchs auf den Halmen des stehenden Wintergetreides mit sich gebracht haben. Die Mähdreschergegenden konnten die günstige Zeit Anfang Juli nicht ausnützen, da sie auf die Vollreife warten mußten. Im weiteren Verlauf hat die durch die starken Regengüsse verursachte Lagerung auch eine Erschwerung der Mähbinde- und Mähdruscharbeiten herbeigeführt. Die Erträge der Wintergerste sind gut bis mittelgut. Dafür haben sowohl bei Winterroggen als auch bei Winterweizen die Witterungseinflüsse Ertrags- und Qualitätsschäden mit sich gebracht. Unter den Sommergetreidebeständen hat die Gerste am meisten gelitten. Etwas günstiger liegen die Verhältnisse bei Hafer. nur in den wärmeren Gegenden zeigt auch der Hafer Regenschäden.
Die Qualität des Rapses ist befriedigend und im Hinblick auf den Witterungsverlauf wider Erwarten besser, als angenommen wurde. Mittelfrühe und spätreife Kartoffeln leiden unter Krautfäule. Im allgemeinen läßt die Kartoffel, wenn trockenere Witterung eintritt, auf eine mittelgute Entwicklung schließen. Die Zuckerrüberbestände sind mittel bis gut. Die Zichorie hat sich weiterhin gut entwickelt. Die Entwicklung der Hopfenbestände ist mittel bis gut. Einen günstigen Witterungsverlauf vorausgesetzt, können die Tabakbeständen ertrags- und qualitätsmäßig aufholen. so daß noch mit einer guten Ernte gerechnet werden könnte.
Bei den Äpfeln kann mit einer schwachen Mittelernte, bei den Birnen mit einer Viertelernte gerechnet werden, während bei Zwetschken eine gute Ernte erwartet wird.

Hofkirchen: Stromunfall durch Irrtum. Auf Grund eines folgenschweren Irrtums ereignete sich in Hofkirchen am 7. August ein schwerer Stromunfall, bei dem der 34 Jahre alte Elektromeister Hermann Wallner aus Dorf schwer verletzt wurde. Wallner war am Dach eines Hauses mit Montagearbeiten an der 380-Volt-Leitung beschäftigt. Vor Beginn der Arbeiten hatte er am Transformator in Wiesen - Marsbach den Strom ausgeschaltet und, wie vorgeschrieben, den Grund der Abschaltung auf einer Tafel neben dem Schaltbrett angemerkt. Der Landwirt Leopold Berger aus Wiesen, Gemeinde Hofkirchen der einen Schlüssel zum Transformator besitzt, um bei einem eventuellen Stromausfall als erster eingreifen zu können, bemerkte das Fehlen der Spannung und schickte seinen zwölf Jahre alten Sohn Erwin zum Transformator.
Der Bub schraubte alle Sicherungen wieder ein, wobei er den Abschaltungshinweis übersehen haben dürfte. Wallner geriet in den Stromkreis und wurde acht Meter hoch vom Dach geschleudert. Er erlitt erhebliche Verletzungen und mehrere Strommarken am Körper.
Ungeheure Hochwasserschäden
in Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und Niederösterreich –
250 Millionen Schilling Schaden an öffentlichem Gut.
Wieder hat eine Hochwasserkatastrophe unübersehbaren Ausmasses unser Land heimgesucht. Seit in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche in verschiedenen Orten die Alarmsirenen heulten, weil Bäche und Flüsse über die Ufer quollen, hörten die Katastrophenmeldzungen nicht mehr auf. So weit sich jetzt feststellen läßt, überschritt das Hochwasser der Vorwoche in manchen Gebieten die Schäden der Katastrophenflut von 1954. Nur der Umstand, daß Inn und Donau diesmal ca. zwei Meter unter der Hochwassermarke 1954 blieben, ersparte uns noch größere Schäden. Die jüngste Hochwasserkatastrophe verursachte – laut Landeshauptmann Dr.Gleißner, allein an den Wildbächen Oberösterreichs Verbauungsschäden von mehr als 60 Millionen Schilling, an den Bundes- und Landstraßen weitere 15 Millionen Schilling. Die noch größeren Schäden an den Gemeindestraßen sowie die Schäden an privaten Gut sind noch immer unübersehbar. Besonders arg traf die Katastrophe diesmal die Bundesländer Salzburg, Oberösterreich, die Steiermark und mit Abstand auch Niederösterreich und Wien. Das Mühlviertel kann diesmal verhältnismäßig billig davon. Während der Bezirk Rohrbach außer aus Obermühl keine größeren Schäden melden mußte, traf es im Bezirk Freistadt diesmal den Markt Königswiesen, als am Samstagnachmittag wieder ein schweres Unwetter niederging und die Narrn einen noch nie dagewesenen Hochwasserstand erreichte. Die Bezirke Perg und Urfahr bekamen ebenfalls etwas ab, u. a. die Gemeinden Steyregg und Pulgarn, Perg, Mitterkirchen, Mauthausen und St.Georgen a.d. Gusen betroffen wurden. Als Schadenszentrum kristalisierten sich in unserem Bundesland das Salzkammergut und die Bezirke Steyr, Kirchdorf und Braunau heraus.
Zurück blieben Tränen und Schlamm. Vermurte Felder, eine Unzahl weggerissener Brücken und Straßenstücke, eingestürzte Häuser, viele Erdrutsche, Tierkadaver, Schlamm in den Kellern, Wohnungen und auch auf den Wiesen, das sind die Greuel der Verwüstungen, die zum Vorschein kamen, als in den vergangenen Tagen die schmutziggelbe Hochwasserflut abrann. Verzweiflung, Tränen und Mutlosigkeit blieben bei denen zurück, die diesmal ihr Hab und Gut verloren. Nicht zu vergessen das riesige Loch, das die Katastrophe durch die Verwüstung öffentlichen Gutes dem Bund und dem Land im Budget aufriß. Innenminister Afritsch, der am Montag zusammen mit Landeshauptmann Dr.Gleißner die Zentren des Hochwassers besuchte, bezifferte den Gesamtschaden an öffentlichen Gut in den Bundesländern mit mindestens 250 Millionen Schilling. Acht Menschen verschlang das gierige, nasse Element, darunter zwei Oberösterreicher.
Helft helfen! Ein Unglück kommt selten allein. In der Vorwoche war es das dritte Mal, daß heuer Hochwassernot Österreich alarmierte. Da die drei Hochwasser der letzten Monate allein in Oberösterreich an öffentlichen Gut eine Schadenshöhe von 100 Millionen Schilling erreichte.
Daß es „in Schaffeln“ vom Himmel goß, beweist die Meteorologische Zentralanstalt, die bei Bad Ischl – eine der ärgsten getroffenen Gemeinden Oberösterreichs – innerhalb von 24 Stunden eine Niederschlagsmenge von 200 Liter pro Quadratmeter maß. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge betrug in den Katastrophentagen an die 77 Liter.
„Hochwasser“ an der Mühl
Vom Hochwasser der großen Mühl während der vergangenen Regenzeit hätten unsere Mühltalbewohner wenig zu reden gehabt, wenn nicht am Nachmittag des vorigen Donnerstag ein langdauernder Gußregen im Gebiete zwischen Großer Mühl und Hansberg plötzlich Hochwasser gebracht hätte. Überraschend schnell mußten daher auch die Schleusen des Neufeldener Stausees geöffnet werden, wodurch in Unternberg die Mühl stellenweise aus ihren Ufern trat und die Bewohner beängstigte. Sie mußten zu ihrer Verärgerung wieder feststellen, daß die Zeit zwischen dem telephonischen Warnruf des Schleusenwärters und der Schleusenöffnung selbst für notwendige Sicherungsarbeiten in der Bruckmühle und am Badegelände viel zu kurz war und kaum eine Viertelstunde betrug. Für derartige Gefahrenfälle müßte doch zum Schutze der Bewohner und zur Vermeidung von Hochwasserschäden die Errichtung einer öffentlichen Signalanlage (Sirene) als zweckmäßig und notwendig erachtet werden.
Der Bairachbach wurde diesmal zu einem reißenden Gebirgsbach, bedrohte die anliegenden Häuser für kurze Zeit arg und trug viel Brenn- und Schleifholz in die Große Mühl. Dem Kaufmann Leitner mußte die Feuerwehr zu Hilfe Kommen, die über dem Bache liegenden Lagerhütte räumen und das in die Keller eingedrungene Wasser auspumpen.
Dem sonst wasserarmen Mühltal gegen Neuhaus gab das Rauschen des Hochwassers wohl nur für kurze Zeit die einstige Romantik zurück.
Am Nachmittag des Mariä-Himmelfahrts-Tages gab die Musikkapelle Neufelden im Garten des Gasthauses „Zur Burg Pürnstein“ ein Konzert, das wohl durch den Einbruch des Schlechtwetters etwas gestört wurde, jedoch im Gasthause selbst einen sehr fröhlichen Ausklang hatte.
Hochzeit: In unserer Pfarrkirche vermählen sich am Samstag, 29. August, Herr Richard Bauer aus Pfarrkirchen, und Fräulein Margarete Huber, Hofkirchen Nr. 26. Viel Glück!

September 1959
Hofkirchen. Hochzeit feierten der Bäcker Josef Gnigler und Maria Wakolbinger aus Hofkirchen.
Geburten:  Dem Ehepaar Franz und Franziska Loizenbauer wurde ein Töchterchen geboren.
Kirchenrenovierung: Mit den Renovierungsarbeiten am Hochaltar wurde bereits begonnen. Die Arbeiten werden von einer Welser Firma ausgeführt.

So begann der zweite Weltkrieg.
Vor 20 Jahren, am 1. September 1939 m um 4,45 Uhr.
In diesen Tagen sind es genau 20 Jahre, seit der zweite Weltkrieg ausgebrochen ist. Nicht nur der Weg des Grauens wurde ein langer, der Weg in das Verhängnis selbst ist heute und immerdar erschreckend: „Polenfeldzug“ hieß der Anfang dieses Weltbrandes, eigentlich ganz bescheiden, wenn man heute den Maßstab an die dann folgenden Jahre anlegen kann. Kein Deutscher, wahrscheinlich auch kein Engländer, kein Franzose, kein Russe, ahnte damals, wie viele und welche Jahre des Leidens anbrechen würden. Es waren auch nicht wenige, die voller Hoffnung dachten: Zu Weihnachten sind alle wieder zu Hause.....
Heute 20 Jahre danach, stehen die Ereignisse von damals noch immer ganz dicht hinter der Gegenwart und doch gehören sie der Vergangenheit an.
1953 trat eine Kompanie junger britischer Soldaten zum Wachdienst im Berliner Gefängnis Spandau an. Drei Hauptkriegsverbrecher, Rudolf Heß, Baldur von Schirach und Albert Speer, sind noch dort gefangen. Der diensthabende Offizier stellte an die Jungen die Frage: „Wissen Sie, wen Sie hier zu bewachen haben?“ Keine Antwort.
Der Offizier schrieb mit Blockbuchstaben auf eine Tafel. Dann deutete er auf den ersten Namen , Rudolf Heß, und fragte:
„Weiß jemand, wer dieser Mann ist?“  Keine Antwort. Schließlich hebt sich eine Hand. „Ja?“
„Ein Schwarzhändler, Sir?“
Es waren Kinder dieses Krieges, in dem sie aufgewachsen waren, aber keiner von diesen jungen Männern hatte jemals etwas von Heß, Schirach oder Speer gehört oder wußte die Gründe, warum sie überhaupt in Spandau eingesperrt sind.....
Naturkapriolen ? Nach der Flut – die Dürre
„Ungeheure Hochwasserschäden“ – „Sintflut über Österreich“ usw., so lauteten noch vor wenigen Wochen die Schlagzeilen in den Zeitungen. Regen und wieder Regen hatten Flüsse und Bäche zum Anschwellen gebracht. Zögernd brach endlich die Sonne durch die trüben Wolken, die fast den ganzen Sommer über am Himmel hingen.
Eine Freude für den Bauern war die Grummeternte: Sie fiel nicht schlecht aus und konnte rasch und gut eingebracht werden. Dann aber äußerte schon der eine oder andere Landmann den Wunsch, daß jetzt ein kleiner „Spritzer“ wirklich nicht schaden würde, denn Sonne und Ostwind hatten die Felder recht ausgetrocknet!
Wie ein Blatt scheint sich aber das Wetter geändert zu haben. In den meisten Gebieten des Mühlviertels fiel seit vier Wochen kein Tröpfchen vom Himmel. Nun wäre es aber an der Zeit, die Herbstsaat in die Erde zu bekommen. Die Äcker aber, die zu bestellen sind, bedürfen des Regens. Die schweren Wolkenbrüche des Sommers haben die Erde zusammengebügelt, die nun, der Feuchtigkeit beraubt, steinhart geworden ist. Schwer muß sich da so manches Rößlein plagen, das vor den Pflug gespannt wird. Das Korn aber in dieser regenlosen Zeit auszusäen, ist ein Risiko. Die Erde weist gerade soviel Feuchtigkeit auf, daß die Saat keimen kann, dann aber wird sie, wenn sie kein Naß bekommt, verdorren.
Die Hüterbuben hätten wohl jetzt ihre schönste Zeit, doch wird die Weide von Tag zu Tag weniger, die letztgemähten Wiesen haben überhaupt nicht angetrieben. Der Wunsch nach Regen wird sich hoffentlich bald erfüllen!

Oktober 1959
Hochzeit feierten die Molkereiarbeiter Roman Witti aus Freizell und Elfriede Ertl aus Kling. Beide sind in Wien beschäftigt und wohnhaft. Die Trauung fand in Hofkirchen statt. Weiters der Tischlermeister Richard Wirtl und die Gastwirtstochter Hermine Wullner, sie übernehmen die Gastwirtschaft der Braut im Markt Nr.39. Sowie der Bäcker Johann Gabriel aus Rohrbach und Anna Haider, Gastwirts- und Wagnermeisterstochter aus Hofkirchen Nr.28.
Geburten:  Dem Hilfsarbeiterehepaar Ludwig und Anna Mayrhofer wurde ein Sohn geboren, desgleichen dem Rentnerehepaar Franz und Franziska Loizenbauer aus Kling Nr. 8 ein Töchterchen.
Bautätigkeit der Gemeinde: Die Gemeinde hat die Pflasterungsarbeiten für den Bereich im Markt ausgeschrieben. Diese werden Ende Oktober und Anfang November durchgeführt.

An der Donau bei Aschach und Landshaag
Größtes Laufkraftwerk Mitteleuropas im Entstehen.
Augenblicklich sind beim Aschacher Kraftwerksbau an die 300 Arbeiter beschäftigt, ihre Zahl soll sich aber beim Fortschreiten des Bauwerkes bis auf rund 3.000 erhöhen. Überflüssig, zu betonen, daß hier auch Arbeiter aus dem Mühlviertel und vor allem aus dem an Betriebsstätten armen Bezirk Rohrbach zum Zuge kommen werden.
Mit den Ortschaften Obermühl und Untermühl sowie einige Häusern in Freizell sind es insgesamt 160 Objekte, die dem Aufstau zum Opfer fallen und ersetzt werden müssen. Den historischen Getreidekasten in Obermühl aber will man solcherart der Nachwelt erhalten, daß man ihn aufstockt und über das jetzige Untergeschoß hinaus rundherum aufschüttet.
Gewiß gibt es bei der Umsiedlung trotzdem mancherlei Schwierigkeiten. So muß man die einen oder anderen der für die Betroffenen neu zu errichtenden Wohn- und Betriebsstätten oft buchstäblich an den Hang kleben. Manche Umsiedler wollen auch, daß man ihnen statt eines neuen Heimes die hiefür benötigte Bausumme überantwortet. Die DOKW mußte aber auch das Harrachsche Schloß in Aschach erwerben, eine Bedingung für die Abtretung eines Grundstreifens bei Brandstatt, den man für die Kiesgewinnung benötigt. Nun geht, oberhalb der Fähre Aschach-Landshaag, bald eine eigene Werksfähre in Betrieb und die Materialzubringung kann an dieser Staustufe, besser wie Jochenstein und Ybby-Persenbeug, sowohl über ein Schleppbahngleis als auch auf dem Wasserweg erfolgen.
Geringe Korrekturen wird man nach dem Aufstau beim Kraftwerk Kramesau vornehmen müssen, während die Turbinen in Partenstein dann um ganze acht Meter zu heben sind. Die Entschädigung, welche dieses Werk für den daraus resultierenden Energieabfall erhält, will man dort zur Errichtung eines Pumpwerks benützen, das in Zeiten geringerer Stromanforderung, ähnlich wie in Kramesau, „abgearbeitetes“ Wasser wieder hinauf in den Stausee Langhalsen pumpt.
Fremdenverkehr: 13 Amerikaner, 3 Belgier und ein Finne haben neben 481 Berlinern und 60 Personen aus Westdeutschland in der abgelaufenen Fremdenverkehrssaison in Hofkirchen Ruhe und Erholung gesucht. Aber auch 229 Inländer, darunter 82 Wiener, hielten sich in der Zeit von Anfang Mai bis Ende September in Hofkirchen auf. Insgesamt scheinen in der Fremdenverkehrsstatistik der Gemeinde 9.705 Nächtigungen auf, wovon 2.932 auf Privatquartiere entfallen.
Verkehrsunfall:  Auf der Ebenhoch-Landesstraße in der Nähe von Niederranna stürzte am 8. Oktober der 15jährige Landarbeiter Adolf Rauöcker aus Rannariedl von einem fahrenden Lastkraftwagen auf die Straße und wurde dabei schwer verletzt. Rauöcker saß während der Fahrt vorschriftswidrig zwischen dem Führerhaus und der Ladefläche des vom 27jährigen Transportunternehmer Johann Mühlberger aus Putzleinsdorf gelenkten Lastkraftwagens.

November 1959
 Hofkirchen: Hochzeiten: Geheiratet haben die Hofkirchner Adolf Zöchbauer-Hartl, Tischlermeister, und Frieda Wakolbinger, Hausgehilfin; der Landwirt Josef Baumann und die Bauerntochter Rosa Altenhofer aus Wiesen.
Todesfall: Am 12. Oktober starb einer der ältesten Hofkirchner, der Maschinenbauer Alois Huber, ein äußerst strebsamer und geschätzter Geschäftsmann, der weit und breit bekannt war. Eine große Anzahl Futterschneidemaschinen – die erste im Jahre 1905 – hat der Verstorbene in Betrieb gesetzt. Er kaufte sich im Jahre 1903 das Haus Nr.22.

Dezember 1959
Hofkirchen: Straßenpflasterung: Die Gemeinde Hofkirchen hat mit Hilfe der Mühlviertler Steinaktion die Mühlgasse sowie die Grandgasse mit Würfelsteinen gepflastert. Die Arbeiten wurden von der Firma Fautschek aus Retz unter der Aufsicht der Straßenmeisterei Lembach durchgeführt. Die Gemeinde Hofkirchen dankt der Landesregierung für die Beistellung der Pflastersteine. Die  Finanzierung wurde aus Mitteln des Gemeindegliedervermögens (Sondervermögen des Marktes) getragen.
Geburten:  Den Gastwirtseheleuten Josef und Pauline Haider wurde ein Stammhalter geboren; ebenso den Landwirtseheleuten Josef und Maria Grobner ein Knabe und den Maurerseheleuten Hubert und Maria Zöchbauer eine Brigitta.
Hochzeit feierten der Schmied August Neundlinger aus Hofkirchen 27 und Maria Hinterberger aus Hofkirchen 29. Das Paar wurde von der Musikkapelle in die Kirche geleitet, da der Bräutigam Mitglied der Musik ist. Die außerkirchliche Feier war im Gasthaus Mayrhofer.

Ist „Robot“ heut´ noch zeitgemäß?
Vor kurzem beschäftigte sich der Gemeindeausschuß Engerwitzdorf mit der interessanten Frage, ob die sogenannten „Hand- und Zugsdienste“ – allgemeine als unentgltliche „Robot“ bekannt -, die den Landgemeinden noch immer, vor allem zur Instandhaltung der Gemeindestraßen, den Grundbesitzern vorgeschrieben werden, noch zeitgemäß sind.
Der Gemeindeausschuß stellte einstimmig fest, daß die Vorschreibung dieser Robot einen Anachronismus darstelle, ein Überbleibsel aus der Zeit der Grundherrschaft, das, je früher, desto besser, abgeschafft werden müsse. Allgemein wurde die Ansicht vertreten, daß die Robotleistung eine Herabsetzung der Landbevölkerung bedeute, denn in den größeren Städten wird es wohl niemand einfallen, für die Straßenerhaltung die städtischen Grundbesitzer zu „Hand- und Zugdiensten“ zu verpflichten.

Wassermangel im Mühlviertel
Die Witterung ist, so wie überall in Oberösterreich, auch im Mühlviertel völlig abnormal. Teilweise blühen sogar die Schlüsselblumen. Am 1. Dezember früh hatte es Temperaturen bis zu 8 Grad über Null, und aus dem Süden wehte das reinste Frühlingslüfterl. Gleichzeitig macht sich überall, da es seit Mitte August keine ergiebigeren Regenfälle mehr gab, starker Wassermangel bemerkbar. Vielfach müssen die Landwirte das Nutz- und Trinkwasser mit Wagen oft von weither heranführen, in der Ortschaft Hundsfülling, Gemeinde Hofkirchen die besonders von dieser Trockenheit betroffen sind, kämpfen schon seit langer Zeit vergeblich um eine ergiebige Wasserquelle, leider konnte bis heute noch keine Lösung gefunden werden.


Hofkirchen: Bei Kehrarbeiten blieb der 26 Jahre alte Rauchfangkehrerlehrling Helmut Reisenberger aus Lembach im Rauchabzugskanal der Zentralheizungsanlage der Neuen Volksschule stecken. Der Lehrling hatte von seinem Meister den Auftrag erhalten, den schliefbaren Kamin der Volksschule in Hofkirchen zu kehren. Er begann dabei am Dachboden und arbeitete sich bis zum Erdgeschoß durch. Vermutlich übersah er den Aussteig im Erdgeschoß und geriet in den Keller, wo er dann in dem waagrechten Rauchabzugskanal der in Betrieb befindlichen Zentralheizungsanlage steckenblieb. Helmut Reisenberger konnte erst nach 20 Minuten durch Ausbrechen einer Öffnung in der Kaminwand aus seiner qualvollen Lage befreit werden. Er hatte inzwischen an der rechten Hand Verbrennungen zweiten Grades erlitten und sich eine Gehirnerschütterung zugezogen.